Weil ich kein Maler bin

Zeichnung Des Malers Lieblingsspeise: Rolf Hannes

Malen Sie mir bitte eine Kaffeebohne, weil Sie ein Maler sind. Wenn Sie wollen, können es auch Studien sein. Das dürfen Sie entscheiden. Wenn es möglich ist, mahlen Sie die Kaffeebohne nicht maschinell; möglichst mit einer Handkurbelmaschine. Das macht den Kaffee sinnlich. Nehmen Sie Hochlandkaffee, aus Honduras darf er sein, auch Äthiopien, mit einem Anteil aus Costa Rica als demokratischer Hauch und einem kleinen Anteil aus Brasilien. Bitte sparen Sie nicht mit dem Indigo. Das lässt den Kaffee kühler wirken. Welchen Malstil Sie anwenden, überlasse ich Ihnen; geizen Sie nicht mit der Magie der Realität, die in der Phantasie einer Kaffeebohne schlummert; dann gelingt es Ihnen gar und Sie treffen das Zauberwort, mit dem nicht nur die Farben zum Singen anheben. Frei soll die Kaffeebohne sein, unabhängig vom Weltmarktpreis und den Trends der Galerien und ich versichere jetzt schon, ich werde die von Ihnen gemalte Kaffeebohne in meinem Café ausstellen, wenn sie gelungen und meinen Erwartungen entsprechend sein wird! Dann besteht die Aussicht zur Ansicht der von Ihnen gemalten Kaffeebohne von den honorigen Herren und Damen dieser Stadt, von den tiefsinnigen Mitarbeitern des Kulturamtes, die mich hin und wieder besuchen. Also malen Sie, mahlen Sie eine Kaffeebohne, legen Sie sich ins Zeug, ins Mahlen und Malen, so gut Sie können und wir werden sie genießen, Ihre Kreation einer Kaffeebohne, sobald Sie mit dem Mahlen fertig und die Farben getrocknet sein werden.

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