Was ist obszön?

Seit Jahren beobachte ich die Freundschaft zwischen Wladimir Wladimirowitsch Putin, dem Allgewaltigen Rußlands und unserem Exkanzler Gerhard Schröder. Erst dachte ich, klar, er hat als Lobbyist von Gazprom das, was sie alle nach dem Ausscheiden aus ihrem politischen Amt anstreben: ein lukratives Pöstchen in der Wirtschaft, ein Pöstchen, worin er sein langjähriges politisches Wissen gewinnbringend einsetzen kann. Soweit ist uns allen dieses Muster bekannt.

Aber dann folgte Beteuerung auf Beteuerung, wie sehr er Putin schätze. Der sei nicht nur sein Freund, er halte ihn auch für einen Demokraten und wahrhaft großen Staatsmann. Spätestens da fing ich an, mir diesen großen Staatsmann näher anzusehn. Eines war mir bewußt, dieses riesige Rußland konnte nach all den Verwerfungen seit 1989 nicht geführt werden wie ein sogenanntes demokratisches Land im Westen. (Nebenbei: diese vermeintlichen Demokratien sind ja in Wirklichkeit verschleierte Plutokratien.) Es lohnt sich, bei Wikipedia nachzusehn, eine der seltenen echten demokratischen Einrichtungen des Westens. Dort werden die Begriffe, was die Lenkung von Staaten angeht, sehr gut erhellt. Und man erfährt, die Plutokratie sei eine Unterform der Oligarchie.

Was ist obszön?

© Rolf Hannes

Was will uns also Gerhard Schröder verklickern? Will er sagen, seht her, ich bin ein ehrlicher Vertreter des Westens und mein Freund Wladimir ist ein ehrlicher Vertreter des Ostens. Und beide sind wir Demokraten.

Es wäre lohnend, herauszufinden, ob die Verschwisterung von Oligarchie östlicher Prägung und Plutokratie westlicher Prägung den Einheitsbrei Demokratie ergibt.

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