Wahrheitsministerium Folge 3

Bruch mit dem Bürger

Wer sich dem Zeitgeist andient, kannibalisiert auf Dauer seine Geschäftsgrundlage.

Das Verhältnis zwischen Bürgern und dem durch sie finanzierten Rundfunk ist so gespannt, dass Gebührenverweigerer, wie der Nordrhein-Westfale Georg Thiel, lieber für sechs Monate in Erzwingungshaft gingen, als den Beitrag zu bezahlen. Es geht hier wohlgemerkt nicht um Geschmacksfragen oder stellenweise Verirrungen im Programm. Sondern um grundsätzliche Gräben: Was ist die Aufgabe des Rundfunks? Wie gut erfüllt er sie?

Realität ist, wie der Soziologe Niklas Luhmann wusste, letztlich das, was durch die Medien vermittelt wird. Somit geht es im Konflikt mit den Sendern um nicht weniger als den Stoff, aus dem die Wirklichkeit ist. Wenn Wirklichkeit jedoch nicht mehr in allen Schattierungen durch die Sender dargestellt, sondern eine einzige, parallele Wirklichkeit erzeugt wird, ist der Bruch mit dem Bürger nur eine Frage der Zeit. Eine Republik, welche die Res publica, die öffentliche Sache, nicht mehr auf den Begriff bringen oder artikulieren kann, geschweige denn einen gemeinsamen Nenner findet, befindet sich im Stadium der Auflösung.

Spätestens mit Corona sind die Auflösungserscheinungen auch bei den Mitarbeitern angekommen. Ein Mitarbeiter des Südwestrundfunks, Ole Skambraks, wurde nach ungehörter interner Kritik und einem öffentlichen Brief, in dem er auf die vielen Versäumnisse in der Corona-Berichterstattung hingewiesen hatte, schliesslich gefeuert. Kürzlich abgewandt hat sich auch die langjährige ZDF-Moderatorin und 3sat-Redaktorin Katrin Seibold. Sie wirft ihrem ehemaligen Sender nicht nur vor, unausgewogen zu berichten, sondern schildert Situationen, in welchen die Redaktoren dazu aufgerufen waren, Fake News zu produzieren.

Fortsetzung folgt.

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