Vom unter Menschen sein

Kurz und entwurzelt. Mach doch mal eine Art Minutenfilm daraus. Oder hast du ein Problem damit, dass du gescheitert bist. Mittlerweile ist alles ein Scheitern. Außer bei dem, der sich zurückhält. Die Subversion lebt. Meine Lieben steigen aus ihrem Grab. Und flüstern mir zu, was ich nicht thun sollte. Oder zu lassen habe. Ich such ja auch die Metapher. Die Gottsüchtigen ficken kleine Kinder. Ich bin ein Geschriebener aus dem Vortag. Also halse ich mir was ab. Bewegte mich für einen Wortzwiespalt auf mich zu. Oder hätte das Ganze einen anderen Sinn, als sich weiterhin zu verfolgen in seiner apollinischen Häme, also immer wieder zurückkommen zu wollen auf seine Vernunft, die längst verseucht ist. Von Gott. Vom Blut, das du nie ausspuckst (-sprichst). Vom unter Menschen sein.

Willi van Hengel - Vom unter Menschen sein

Zeichnung: Rolf Hannes

Dann gelingt es dir vielleicht doch eines Tags, bei mir zu sein über eine Stunde hinaus. Denn eigentlich gibt es mit einem Menschen über eine Stunde hinaus nichts mehr zu sagen. So bricht man sich aus der Zeile. Spräche sich am Entlangufern nur selber Mut zu. Du solltest dich an den Hintern der Museumsinsel begeben, auf die kleine Brücke der Monbijoustraße und vom riesigen Rücken des Bode-Museums hinabschaun, da wo der Fluss sich breitbeinig hinlegt und die Schiffchen immer langsamer werden und du dir vorkommst wie auf einem Bauchnabelpiercing … dann gelingt es dir vielleicht doch eines Tags, nicht jedes Wort und vor allem nicht jeden Menschen so ernst zu nehmen, wie er sich selbst.

Zwischen der Bedeutungslosigkeit der Dinge und der Weltbewegtheit einer Stimme, die die deine zu sein schien, nachdem du so etwas wie dich im Klang vernahmst, bröckelt also jetzt nur noch eine Laune herab. Hast du dir immer noch nichts klargemacht. Dich also in deinen Tränen zu brechen – mit dem Licht, das aus dir herausstürzt, das einmal etwas aus dir herausspricht, das gleich vom Himmel übergossen wird.

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