Vom Elend der Kunstszene 2

aus einem Skizzenbuch: Rolf Hannes

Was auf den Kunstmessen, etwa der in Basel oder in Miami, stattfindet oder in den Auktionshäusern wie Sotheby’s und Christies, ist vergleichbar mit dem Zocken an Börsen.

Die Reichen und Superreichen setzen auf Kunst wie sie auf Währungen und Ernten wetten. Mit der gleichen brachialen Schändlichkeit, mit der gleichen Ignoranz und Dummheit, mit der sie krummen Geschäften frönen. Genauso sammeln sie Kunstwerke. Dazu braucht es kein Verständnis für Kunst, dazu braucht es kein Feingefühl für Kreativität oder gar Schönheit, dazu braucht es nur die Gier, dabeizusein.

Viele bunkern die Kunstschätze in Archiven oder Tresoren und warten nur auf die Steigerung ihres Marktwerts.

Noch ein Wort zu Thomas Wieczorek, dem Verfasser von Die verblödete Republik, er starb 2013. Wenn er sich heute in unserm Land umschaute, würde er feststellen: sie ist um ein Vielfaches verblödeter inzwischen, bis in die meisten Parteien hinein, bis in die Ministerien hinein, bis in den Bundestag und die Regierung hinein.

Gibt es denn kein Mittel gegen den gröbsten von oben herab geförderten Schwachsinn? Sind denn die meisten Leute mit all dem Irrsinn einverstanden?

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu Vom Elend der Kunstszene 2

  1. Ich fürchte in der Tat, dass diese infantile Konsumgesellschaft mit all dem Blödsinn weitestgehend einverstanden ist. Schon Aldous Huxley beschreibt in seiner schönen neuen Welt eine Gesellschaft, die mit unserer modernen Konsumgesellschaft vergleichbar ist. Scheinbar aufgeklärt und in erster Linie daran interessiert ein abwechslungsreiches, amüsantes Leben zu führen. „Als glücklicher, fleißig arbeitender, Güter konsumierender Zeitgenosse wäre man ohne Fehl und Tadel“, erklärt der Weltcontroller Mustapha Mond dem Wilden John Savage.
    Eine infantile Wegwerfgesellschaft, mit einem Jugendkult, promisk und vergnügungssüchtig. Scheitern an dieser Welt ist dem einzigen „Wilden“ überlassen, der mit seiner überhöhten Romantik eigentlich neurotisch wirkt und als Antagonist dieser Welt schließlich alles macht, was verboten ist. Er wird unglücklich, einsam, zölibatär und bringt sich schließlich um.
    Ganz nüchtern betrachtet hat es schon Dostojewski in seinem letzten Roman „Die Brüder Karamasow“ in dem Kapitel über den Großinquisitor: „Keine Wissenschaft wird ihnen Brot geben, solange sie frei bleiben – und enden wird es damit, daß sie uns ihre Freiheit zu Füßen legen und sagen: Knechtet uns lieber, aber macht uns satt!“

    Brot und Spiele war schon immer das perfekte Machtinstrument.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.