Unten und oben

Unten und Oben

© Rolf Hannes

Machen wir uns nichts vor: die Welt wird von oben regiert und von unten ertragen. Wo ich auch hinschaue, in Ost und West, immer das gleiche Bild. Die oben, die Besserverdienenden, die Besserwohnenden, die besser Gebildeten dominieren die unten, die Armen, die Schlechtwohnenden, die schlecht Gebildeten, die um ihren Lohn meist Betrogenen.

Nun mag man einwenden, die Welt käme nicht vorwärts, nähme man Rücksicht auf die von unten. Die vielen Innovationen, die vielen Erfindungen, die die Menschheit mit immer neuem Überfluß versorgen, sie brauchen den Erfindungsreichtum der Banken, der Monopole, der Reichen, der Gebildeten.

Die Reichen in ihren weltweiten Allianzen über die Schranken der Politik hinweg bestimmen die Löhne für die Bergwerker in Lateinamerika, für die Kaffeepflücker in Afrika, für die Bauhandwerker in Dubai und Sotchi, für die Näherinnen in Bangladesch.

Es liegt auf der Hand, niemand kann so verbohrt sein, es nicht zu sehen: Wenn oben Milliarden verdient sein wollen, müssen unten Milliarden erhungert werden. Es ist die Gleichung der kommunizierenden Röhren.

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