Swatt un Witt or En groot Sensatschon

Barbara läänt sick torüch. Eer Oogen doon wee vun`t vääle Sitten an de Schriewdisch, vun´t lääsen, vun´t richdige formuleern un schwriewen. Awer se müss förankååmen. Dor sünd all so vääle Lääwensbeschriewungen op´n Markt, awer ditt schull nu de eersde sülms schrääwene Book öwer eer und eer Amtstied warrn. Dor schull allns in ståån, watt in är Tied as Präsidentin passeert weer.

Barbara grien blied in sick rin, as se doran trüchdachte, dat se to´n Präsidentin kört wurrn weer. Klåår, een påår Mannslüüd harrn sick hier un dor op de Welt dörsett, so wiet weer de mit de Emazipatschon vun de Kerle all kååmen. Awer as Witte in´t Witte Huus intotrecken, datt weer all een Sensatschon!

Mit Dank dach se an de grooten Mitstrieder trüch, de een påår Jåårhunnerte bruukt harrn, eer de Wech ääben to mååken. Barbara dach an de bloodige Wittenopstand in de Söbendiger Jåårn vun´t förlägen Jåårduusend. Un vääl frööer de Befriiung un Gliekberechdigung vun de witten Slååwen. Witte Helden as Martha Luther Kong un lååter Nelly Candela harr se dat to fördanken, dat dat Seggen vun de Swatten toletzt brååken wurr. Twår muss se as Präsidentin datt jümmers wedder tolåten, dat de een oder annere vun de Mannslüüd in de Herrschupp vun de Fruuns inbräken kunn. Anners weer datt uk good för dat Immitsch, wenn sick een lütte Männerandeel op de Scheffstööle breed mååken deen. Awer dat kunn duurn, bitt datt faste Regeln gääben wurr, de de Männer een Rech op een Sitt in de böberste Reegen garanteern deen.

Marten Petersen - Swatt un Witt

Zeichnung: Rolf Hannes

Barbaras Gedanken dreeben af. Henn un wedder harr de Gliekstellung vun de Männer sick in de Sellschupp doch dörsett. Ton Bispill in de Sport. Harr man fröer geern de witte Mannslüüd as Caddy biet Golfen mitnååm, so harr datt nu sogåår een Witte schaff, an de Weltspitz to kååmen. Tiger Foods harr dormit all Milljonen Dollars wunnen. Annersiets weer datt jümmers noch schååd, datt de Swatten de Tennissport fullständig anföörden. De Witten harrn dor nix in de Supp to krömeln.

De dubbelte Emazipatschon harrn bloots wänige Minschen schaffd. Barbara muss een Tiedlang nådenken, bitt se passende Bispille funnen harr. Doch, bi de Film. Tänzel Chicago weer as Witte ganz groot ruutkååmen. Un uk in de Popmusik. Disse witte Musik weer eegendli een meer stifmüdderli wornååmne Musikrichdung, de swatte Jäss dorgegen wurr op de Welt öwerweegend späält. Awer Michael Johnson harr dat trots sien Huudfarv schafft, ganz nå bååben to kååmen, harr sogår försöcht, sienn witte Huud swatt to kriegen. Eenfach ton Höögen!

De Öllerspräsidentin håål deep Luff. Se wuss, de Tied leet sick nich ophoolen. Eenmål wurr de Tied kååmen, un de Ünnerscheede twischen Manns- un Fruunslüüd eenersiets und Swatte un Witte annersiets würr datt nich meer gääben. Awer Barabara wuss uk, datt de Swatten datt nich so eenfach akzepteern kunnen. Se wurrn allns doon, datt to verhinnern und ruut to schuuben. Wer wuss, wofääl Minschen to Schååden un uk to Doode kååmen wurrn.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu Swatt un Witt or En groot Sensatschon

  1. Rolf Hannes sagt:

    Für jene, die sich mit Husumer Platt schwertun, hier nun die hochdeutsche Übersetzung:

    Schwarz und Weiß oder Eine große Sensation
    Barabara lehnte sich zurück. Ihre Augen schmerzten vom vielen Sitzen am Schreibtisch, vom Lesen, vom genauen Formulieren und Schreiben. Aber sie muss vorankommen. Es gab zwar schon viele Lebensbeschreibungen auf dem Markt, aber dieses sollte das erste selbst geschriebene Buch über sie und ihre Amtszeit werden. Darin sollte alles stehen, was während ihrer Zeit als Präsidentin geschehen war.
    Barabara lächelte fröhlich in sich hinein, als sie daran zurückdachte, wie sie zur Präsidentin gewählt worden war. Klar, ein paar Männer hatten sich hier und dort auf der Welt durchgesetzt, so weit war es mit der Emanzipation der Männer schon gekommen. Aber als Weiße ins Weiße Haus einzuziehen, das war schon eine Sensation!
    Mit Dank dachte sie an die großen Mitstreiter zurück, die ein paar Jahrhunderte gebraucht hatten, ihr den Weg zu ebnen. Barabara dachte an den blutigen Weißenaufstand in den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrtausends zurück. Und viel früher die Befreiung und Gleichberechtigung der weißen Sklaven. Weiße Helden wie Martin Luther Kong und später Nelly Candela hatte sie es zu verdanken, dass die Herrschaft der Schwarzen letztlich gebrochen worden war. Zwar musste sie es als Präsidentin immer wieder zulassen, dass der eine oder andere der Männer in die Herrschaft der Frauen einbrechen konnte. Andererseits war es auch gut für das Image, wenn sich ein kleiner Männeranteil auf den Chefsesseln breitmachten. Aber das konnte dauern, bis es feste Regeln geben und den Männern ein Recht auf einen Platz in den höchsten Reihen garantieren würde.
    Barbaras Gedanken trieben ab. Hin und wieder hatte sich die Gleichstellung der Männer in der Gesellschaft durchgesetzt. Zum Beispiel im Sport. Hatte man früher gern die weißen Männer als Caddy beim Golfen mitgenommen, so hatte es jetzt ein Weißer sogar geschafft, an die Weltspitze zu gelangen. Tiger Foods hatte damit Millionen Dollars gewonnen. Andererseits war es immer noch schade, dass die Schwarzen den Tennissport vollständig anführten. Die Weißen hatten da nichts zu bestellen.
    Die doppelte Emanzipation hatten nur wenige Menschen geschafft. Barbara musste eine Zeit lang nachdenken, bis sie passende Beispiele gefunden hatte. Doch, beim Film. Tänzel Chicago war als Weißer ganz groß heraus gekommen. Und auch in der Popmusik. Diese weiße Musik war eine eher stiefmütterlich wahrgenommene Musikrichtung. Der schwarze Jazz dagegen wurde in der ganzen Welt überwiegend gespielt. Aber Michael Johnson hatte es trotz seiner Hautfarbe geschafft, ganz nach oben zu gelangen, hatte sogar versucht, seine weiße Hautfarbe zu schwärzen. Einfach lächerlich!
    Die Alterspräsidentin holte tief Luft. Sie wusste, die Zeit ließ sich nicht aufhalten. Einmal würde die Zeit kommen, und die Unterschiede zwischen Männern und Frauen einerseits und Schwarzen und Weißen andererseits würde es nicht mehr geben. Aber Barbara wusste auch, dass die Schwarzen es nicht so einfach akzeptieren würden. Sie würden alles tun, das zu verhindern oder herauszuschieben. Wer weiß, wie viele Menschen zu Schaden oder auch zu Tode kämen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.