Sufi-Geschichte 10

Der Wink des Meisters

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© R. H.

Einmal gab es einen Sufi, der sichergehen wollte, daß seine Schüler auf ihrem Weg nach seinem Tod den richtigen Meister fänden. Darum hinterließ er seinen Schülern siebzehn Kamele mit dieser Bestimmung: Teilt die Kamele unter euch drei folgendermaßen: Der Älteste soll die Hälfte bekommen, der Mittlere ein Drittel und der Jüngste ein Neuntel.

Sobald der Meister tot und sein letzter Wille gelesen war, wunderten sich die Schüler über eine solch unlösbare Bestimmung. Zwei sagten: Laßt sie uns gemeinsam besitzen. Einer war andrer Meinung und sagte: Es ist uns aufgetragen, die möglichst genaueste Teilung zu machen. Die anderen wurden vorstellig bei einem Richter, um die Kamele zu verkaufen und das Geld zu teilen. Denn sie fanden, der Wille des Meisters sei null und nichtig, denn diese Aufteilung konnte nicht ausgeführt werden. Dann kam ihnen der Gedanke, im Auftrag des Meisters könne eine verborgene Weisheit stecken. So suchten sie nach jemandem, der unlösbare Probleme lösen könne.

Sie trieben niemanden auf, bis sie die Tür des Schwiegersohns des Propheten erreichten, Hazrat Ali. Er sagte: Das ist eure Lösung: Ich werde ein Kamel dazugesellen. Von diesen achtzehn Kamelen bekommt die Hälfte – neun Kamele – der älteste Schüler. Der zweite Schüler soll ein Drittel bekommen, das sind 6 Kamele. Der letzte Schüler bekommt ein Neuntel, das macht zwei Kamele. Macht zusammen siebzehn. Ein Kamel, meins, bleibt übrig und kommt zu mir zurück.

So fanden die Schüler ihren neuen Meister.

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