Sterben für Kiew? Folge 2

Zensor Selenskyj

George F. Kennan nannte die Nato-Erweiterung eine Beleidigung für alle russischen Demokraten.

Ich kann da nicht mitmachen. Ich weiß zu viel. Ich weiß, dass unsere Politik der Nato-Erweiterung ihren Teil dazu beigetragen hat, dass diese Krise entstanden ist. Ich weiß, dass die ukrainische Regierung, die heute fast wie eine Heilige behandelt wird, durch einen von den USA unterstützten Putsch im Jahr 2014 an die Macht kam. Ich weiß, dass der vielbewunderte Präsident Selenskyj im Februar 2021 drei oppositionelle Fernsehsender mit der Begründung der «nationalen Sicherheit» geschlossen hat.

Ich weiß, dass der Oppositionspolitiker Wiktor Medwedtschuk letztes Jahr unter Hausarrest gestellt wurde. Ist das nicht die Art von Dingen, die Putin tut? Ich weiss, dass die ukrainische Armee seit 2014 mit schwerer Gewalt gegen russische Zivilisten im Donbass vorgegangen ist. Die Russen haben dort auch schreckliche Dinge getan, aber es gibt genug Leute, die Ihnen das sagen werden. Der Punkt ist, dies ist kein Wettstreit zwischen Heiligen und Sündern oder zwischen Mordor und dem Auenland.

Ich finde es seltsam, dass Großbritannien und die USA, als sie Putins illegale Invasion eines souveränen Landes zu Recht anprangerten, zu vergessen schienen, dass wir ihn erst auf die Idee dazu gebracht hatten, indem wir dies 2003 im Irak getan hatten. Ich bin es leid, mir sagen zu lassen, die Nato sei ein reines Verteidigungsbündnis, obwohl wir wissen, dass sie 1999 Serbien bombardiert hat, wobei zufällig Zivilisten getötet wurden, obwohl Serbien kein Nato-Mitglied angegriffen hatte. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass Libyen ein Nato-Mitglied angegriffen hatte, bevor diese «defensive» Allianz den Luftkrieg gegen Tripolis begann, bei dem auch Zivilisten, darunter Kinder, getötet wurden und der das Land in einen Kessel des Chaos verwandelte, was niemandem half.

Und dann ist da noch die andere Sache, die mir im Halse stecken bleibt. Die Länder des Westens haben die Ukraine zu einer Konfrontation mit Russland angestachelt, die vorhersehbar in Putins barbarischem Einmarsch endete. Doch während wir in sicherer Entfernung stehen und jubeln, sind die Ukrainer diejenigen, die beschossen, bombardiert, belagert und aus ihren Häusern vertrieben werden. Ist das ehrenhaft? Macht das sentimentale Lob für ihre Tapferkeit das wieder wett?

Fortsetzung folgt.

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