Sprechen


Grafik: Friedel Kantaut

Obwohl man sich selber hört beim Sprechen,
hört man sich selber nicht zu und
versteht selber nicht.

Menschliche Wesen leben weder nur in der objektiven Welt noch allein in der, die man gewöhnlich die Gesellschaft nennt. Sie leben auch sehr weitgehend in der Welt der besonderen Sprache, die für ihre Gesellschaft zum Medium des Ausdrucks geworden ist. Es ist durchaus eine Illusion zu meinen, man passe sich der Wirklichkeit ohne Hilfe der Sprache an und die Sprache sei lediglich ein zufälliges Mittel für die Lösung der spezifischen Probleme der Mitteilung und der Reflexion. Tatsächlich wird die ‹Reale Welt› sehr weitgehend unbewußt auf den Sprachgewohnheiten der Gruppe erbaut. Wir sehen und hören und machen überhaupt unsre Erfahrungen in Abhängigkeit von den Sprachgewohnheiten unsrer Gemeinschaft, die uns gewisse Interpretationen vorweg nahelegen.

Edward Sapir (1884 – 1939)

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