Schwarz

Ich bin jedoch genötigt, zu sprechen. Ich werde nie schweigen. Nie.
(Samuel Beckett: „Der Namenlose”)

Überall Leben, vor lauter Spuren nichts zu sehen. Ein fester Bau: Hohl, trocken, schwarz. Ein schweres, ganz bitter schmeckendes Quadrat, schwarz auf schwarz. Umfang xx Meter, kaum zu sehen von Ecke zu Ecke. Hier AB hier CD, schwarzes Dreieck ACB, vollendetes Quadrat durch BDA, etwas schief im Kreis.

Dunkel.

Aus einer Quelle sprudeln Schatten schwarz über den Rand hinaus, auf dem Nichts ruht. Sie verteilen sich fleckig, fühlen sich kalt an ohne Widerstand. Auf Druck wölben sie sich, werden heißer. Sie steigen auf 100 Grad und platzen schwarz aus sich heraus. Die Tropfen, wenn sie fallen, ziehen sich ganz lang, lösen sich vom platzenden Schwarz aus dem Dunkel heraus, vom Rand zurück ins Bild.

Bernhard Horwatitsch - Schwarz

Radierung: Rolf Hannes

Mehrere Zeiträume, Ewigkeit auf Ewigkeit geschichtet, machen eine Pause, genau in dem Moment, als die Tropfen sich trennen. Sie ziehen sich wieder zusammen. Die Höhe und die Dauer exakt auf jeden Zeitraum abgestimmt. Die Ergonomie der Dunkelheit wirkt seltsam in sich verzahnt.

Die vielen kleinen Körper haben das Licht herausgepresst. Kein Blitz kann durch kein Auge. Und doch ganz klar: Im Traum ein schwarzer Faden.

Unauffindbar ein verlorener weißer Punkt. Gefesselt schwarz auf schwarz im ganzen Raum.

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