Old Germany

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© Rolf Hannes

Nur ein einziges Mal gab es in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg eine souveräne staatliche Willensäußerung. Sie geschah fast zufällig, aus einem opportunen Gefühl heraus. Es war die Absage Gerhard Schröders an die Vereinigten Staaten von Amerika, sich für ihren völkerrechts-widrigen schmutzigen Krieg gegen den Irak einspannen zu lassen. Schröder wußte, die Mehrheit der Deutschen stand hinter seiner Absage.

Ein Großteil der Weltöffentlichkeit stand hinter ihm. Allen war klar: Dieser Krieg wird in blindem Aktionismus gegen die Achse des Bösen betrieben, und mehr noch, um sich die Ölreserven des Nahen Ostens zu sichern.

Da fiel es Gerhard Schröder nicht schwer, nein zu sagen. Aber immerhin galt dieses NEIN den USA. Oho, dieses Deutschland begehrte auf gegen den Zuchtmeister der Welt, gegen den Meister aller Meister. Die Amis haben nicht schlecht geschaut. Von den Franzosen kannte man die Unbotmäßigkeiten gegen die USA, sie wurden stillschweigend hingenommen. Die Franzosen, das wußten auch alle, brauchen diese Spielchen, um ihre verschwundene Grandeur zu kompensieren.

Nur die Engländer, die ja die Vettern der Amis sind, stehen fest zu Washington. Das politische England ist nichts weniger als der Lauschangriffsposten der Amis in Europa. Drum auch ihre Eifrigkeit, die Kabel, die am Meeresgrund bei ihnen vorbeilaufen, anzuzapfen, alles im Einklang mit ihren Vettern in Amerika. Sie arbeiten ja auch eilfertig darauf hin, daß Julian Assenge an sie ausgeliefert wird. So könnten sie wieder einige Streicheleinheiten einheimsen.

Und was ist mit Deutschland? Deutschland ist ein braver Vasallenstaat der USA, seit 1945. Im Rahmen dessen, was uns die USA zugestehn, darf es muntere Demokratie spielen. Die USA fingern in Deutschland herum, wo und wie es ihnen beliebt. Wenn sie hier ihre unsauberen Kriegsspielchen starten, dann tun sie’s unbeanstandet, wenn sie hier Wirtschaftsspionage betreiben, dann tun sie’s unbeanstandet, wenn sie hier Behörden und Firmen verwanzen, dann tun sie’s unbeanstandet. Wenn sie hier Atombomben lagern, dann tun sie’s unbeanstandet. Wenn sie Deutschland einen Wink geben, Edward Snowden kein Asyl zu gewähren, spurt Deutschland wie ein Schoßhündchen.

Edward Snowdon, dem wir die Enthüllungen über die völkerrechtswidrige Datensammelei der USA verdanken, ist ein Held. Ein Held, der allen Schutz aller aufrechten Menschen verdient. Die Bundesregierung aber windet sich: Die Voraussetzungen einer Aufnahme liegen nicht vor.

Das glaube ich wohl. Was aber vorliegt, ist ein Verbot unsres großen Weltpolizisten USA: Wehe, ihr nehmt diesen Verräter auf. Wir verbieten es. Selbst wenn ein Flugzeug euer Land überfliegen wollte, worin E. S. zu vermuten wäre, müßt ihr das Flugzeug zur Landung zwingen und filzen.

So verscherzen sich die USA und mit ihnen Obama die letzten Sympathien der Weltöffentlichkeit.

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