Nach der Wahl ist vor der Wahl.

Einige mag der Titel dieses Artikels wohl durchaus überraschen, denn der deutsche Wähler hat einmal mehr ein „Weiter so“ gewählt und die Altparteien werden eine Regierung bilden können. Allerdings gibt es am Ausgang dieser Wahl viele bedeutende Erkenntnisse abzuleiten, welche einem erst auf den zweiten oder gar auf den dritten Blick auffallen. Und von diesen sind die meisten durchaus positiv.

Für mich war es die zweite Bundestagswahl, an der ich teilnehmen durfte, viele Menschen in meinem Umfeld waren sogar Erstwähler. Und schon vor der Wahl war mir immer wieder aufgefallen, dass die Stimmung unter den jungen Wählern gar nicht mal so grün ist, wie es in den großen Medien immer hin-ausposaunt wird. Das Wahlergebnis sollte dieser Einschätzung von mir recht geben: Stärkste Partei wurde die FDP, nicht die Grünen. Nun ist die FDP in der Einwanderungspolitik immer noch recht links unterwegs, aber von einem wirtschaftlichen Linksruck kann keine Rede sein. Die jungen Menschen entscheiden sich eher für Freiheit als für Sozialismus.

Die AfD war zwar nicht bei den Erstwählern stark, dafür aber bei Menschen im Alter zwischen 25-35. Man könnte also sagen: Bei den jungen Wählern, die schon etwas Lebenserfahrung sammeln durften.

Zudem muss man unbedingt anmerken, dass das zentrale Thema der AfD, Migration, in diesem Wahlkampf nahezu gar keine Rolle gespielt hat. Wenn dieses Thema wieder auf die politische Debatten-Agenda kommt, dann hat die AfD sehr viel Potential. Dafür spricht auch, dass viele aufgrund der Corona-Situation lieber Kleinparteien wie “Die Basis“ oder die “Freien Wähler“ gewählt haben, was unter der 5%-Hürde verschenkte Stimmen waren.

Wenn das Thema Corona wieder in den Hintergrund rückt, werden diese kleinen Ein-Themen-Parteien wieder verschwinden und eine Wähler-Rückbewegung hin zur AfD wird stattfinden. Genauso haben sehr viele Menschen CDU und FDP gewählt, um Rot-Rot-Grün zu verhindern, dazu hatte sogar die BILD aufgerufen.

AfD wird im Osten als Volkspartei wahrgenommen.

Dass die AfD trotz all dieser Bedingungen zweistellig geworden ist, ist offen gesagt ein wahres Wunder. Es beweist, dass die Partei nicht mehr aus Protest gewählt wird, sondern aus politischer Überzeugung. Im Bund hat die AfD zwar leicht verloren, aber dafür im Osten 16 Direktmandate gewonnen. Zum Vergleich: 2017 waren es nur drei. Das spricht dafür, dass die AfD dort als Volkspartei wahrgenommen wird und nicht mehr als einfache Proteststimme gegen “die da oben“. In den Bundesländern Thüringen und Sachsen wurde die AfD stärkste Kraft, das ist ein deutliches Statement der Wähler.

Alles muss erst noch viel schlimmer werden.

Natürlich wird die tägliche Realpolitik in Deutschland zum Leidwesen der arbeitenden und steuerzahlenden Bürger in diesem Land jetzt erst einmal noch schlimmer, aber man kann davon ausgehen, dass jedem intelligenten Menschen innerlich schon klar war, dass alles erst noch viel schlimmer werden muss, bevor es besser wird. Die explodierenden Spritpreise, die neue massenhafte Aufnahme von Migranten oder auch der noch extreme Druck auf Ungeimpfte müssen wohl erst Realität werden, bevor der deutsche Wähler anders wählt. Natürlich wäre es schöner, wenn man vorrausschauend schon all diese Dinge hätte abwehren können, aber so funktioniert die Realität in diesem Land nicht. Sehr viele Menschen haben trotz schwierigster Bedingungen für eine starke Opposition gesorgt – Hier muss man nun weiter hart arbeiten, damit dann eines Tages auch noch mehr möglich ist.

Dabei ist jeder einzelne von uns gefragt, denn: Nach der Wahl ist vor der Wahl.

  Niklas Lotz, geboren 1999, ist ein Jungunternehmer, Autor und Betreiber des reichweitenstarken Blogs Neverforgetniki. Er vertritt als konservativ-liberal eingestellter junger Mensch Gegenpositionen zum gesellschaftlichen Mainstream. Thematisch setzt er sich vor allem mit deutschen Medien, Migration, der Klima-Bewegung und dem Thema Meinungsfreiheit auseinander.

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