Morgenlandreise 77

Eine Tagesreise im Bus von Bombay nach Goa.

Habe ein letztesmal eine Nacht bei der Salvation Army geschlafen unter der Obhut von Missis Trincle, bei der ich mich artig bedankte für ihre Mithilfe der Geldüberweisung. Sie freute sich, mich gesund und munter wiederzusehn. Ich erzählte ihr kurz meinen Schrecken, doch mein Glück bei der Reise hätte alles aufgewogen.

Heute sitz ich in einem Bus, der mich in aller Gemütsruhe nach Mapusa bringt. Du hast deinen schuckeligen erhöhten Sitz, und vor deinem Fensterplatz(!) entrollt sich die Landschaft wie in einem Bilderbuch. Eine üppig schöne manchmal tropische Gegend. Wieder einmal wird mir bewußt, um wieviel schöner und edler die Gesichter sind beim unverstellten Volk auf dem Land. Städte gebären unten häßliche Armut und oben korrumpierenden Reichtum. Nur starke Naturen vertragen Stadtluft.

16 Stunden dauerte die Fahrt, nun ja, ich habs überstanden. Fand ein kleines Hotel, das Sirsat, hab gleich nach Einzug ein großes heißes Bad genommen.

Soviel wußte ich schon, dank meines immmerwährenden Reiseführers: die Goanesen sind christlich geprägt, verzehren Rind- und Schweinefleisch und haben auch sonst einige europäische Angewohnheiten. Finde meinen Reiseführer ausnahmsweise bestätigt. Er hat nur die Mückenplage nicht erwähnt. Riesige Schnaken machten mir im Sirsat die Nacht sauer. Stand mehrmals auf und erschlug die Biester mit einer Zeitung, die ich in der Rezeption mitgehen ließ. Bin nun in Panjim, der Hauptstadt Goas, in einem vornehmeren Hotel, dem Neptune, wo sich Moskitos nur hin und wieder verirren. Übrigens schlafe ich unter einem Moskitonetz.


Durchreibung meines Schlüsselanhängers. Ich könnte mit ihm keine Moskitos erschlagen, einen Einbrecher aber allemal.

Die Stadt mit ihren wenn auch etwas heruntergekommenen Prachtbauten und ihrer tropisch anmutenden Vegetation hat etwas Südamerikanisches. So stell ich mir Mexiko vor.

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