Mitten im Mainstream

Mitten im Mainstream

Die uns bekannte Autorin will wegen der anstehenden zweiten Runde im ARD-Zukunftsdialog vorerst anonym bleiben. Am 8. Mai 2021 fand der Auftakt des ARD-Zukunftsdialogs statt. In dessen Verlauf will die ARD laut eigener Aussage herausfinden, was sich die Zuschauer von ihr wünschen. Laut Einladung wurden 200 Bürger aus ganz Deutschland per Zufall ausgewählt. Ich selbst wurde von einer zur Auswahl beauftragten Firma aus Nordbayern angerufen und gefragt, ob ich an einer Teilnahme interessiert wäre. Folgender innerer Dialog spielte sich dann bei mir ab: “Ich soll mit denen reden, die mich und andere Kritiker der Maßnahmen seit über einem Jahr aufs Übelste beschimpfen, mir meine Moral absprechen und deren Programmdirektoren, Kommentatoren und Sprecher wünschen, auf Menschen wie mich, die sich nicht impfen möchten, möge mit dem Finger gezeigt werden? – Nein, mit solchen Leuten rede ich nicht. – Obwohl, wenn ich schon einmal die Gelegenheit bekomme, meine Meinung mitzuteilen …, warum nicht.“

In einem Zoom mit Tom Buhrow

Und so sagte ich zu. Einige Fragen zu Fernsehgewohnheiten, Alter, Geschlecht und Ausbildung später wurde mir erklärt, ich könne teilnehmen. So sitze ich nun in einem Zoom mit Tom Buhrow, einer Armada an Administratoren, Regisseuren etc. und einigen Bürgern Deutschlands. Die ganze Veranstaltung ist eine technische Herausforderung, da alle Bürger für die sogenannten Dialogrunden in Kleingruppen verschoben werden, im Hintergrund die Diskussionspunkte aus den Gruppen zusammengefasst werden und zusätzlich noch Votings abgehalten werden. Kein Wunder also, dass soviele Mitarbeiter damit beschäftigt sind. Man kann der ARD darum wirklich nicht vorwerfen, sie würde die Sache nicht ernst nehmen. Hoffentlich wird dieser Dialog auch etwas verändern. Denn, so Tom Buhrow, “die ARD gehört Ihnen“ also den Zuschauern, bzw. genauer, den Gebührenzahlern.

Eine ganz andere Realität

Von maximal 226 eingeloggten Zoomteilnehmern sind nach meiner Zählung sage und schreibe 81 ARD-Teilnehmer und 145 Bürger. Laut ARD-Info sind es 35 ARD-Dialogpartner, 35 Kleingruppenmoderatoren, vier ausgeloste Journalisten und ein Live-Zeichner. Nach einem kurzen Einspieler mit in Köln befragten Passanten zu deren Meinung zur ARD soll die erste von drei Dialogrunden starten. Nach einigen technischen Schwierigkeiten geht es los und ich bin in einer Kleingruppe mit vier Teilnehmern, einer Moderatorin und einem ARD-Mitarbeiter. Die ARD möchte wissen, wie die Teilnehmer die ARD wahrnehmen. Die Meinungen unter den vier Teilnehmern sind sehr unterschiedlich, aber alle hören einander zu, lassen den anderen ausreden und sind sehr gemäßigt in ihren Formulierungen. Das ist eine sehr wohltuende und ganz andere Realität im Vergleich zu sozialen Medien, aber auch im Vergleich zu Meinungs- und Kommentarbeiträgen, die im letzten Jahr unter anderem in den Tagesthemen gelaufen sind. Hier kann sich der eine oder andere Kommentator und Chefredakteur eine Scheibe abschneiden. In den weiteren beiden Dialogrunden mit drei oder vier Teilnehmern pro Gruppe möchte die ARD wissen, was wir uns für die Zukunft der ARD wünschen und welche Themen die ARD anpacken soll. Nach jeder Dialogrunde stellen einige Gruppen ihre Schwerpunkte vor, während zeitgleich die Ergebnisse aller Gruppen im Hintergrund zusammengefasst werden und später für alle zur Abstimmung freigegeben werden.

Schluß folgt morgen.

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