Michael Bakunin und der Anarchismus Folge 2

Michael Bakunin, Fotografie, etwa 1870

Bakunin (1814 in Prjamuchino/Rußland – 1876 in Bern) schrieb:

Als überzeugter Anhänger ökonomischer und sozialer Gleichheit weiß ich, ohne diese Gleichheit werden sich die Werte der Freiheit, Gerechtigkeit, Menschenwürde, Moral und des Wohls der Individuen sowie des Blühens der Nationen in ihr Gegenteil verkehren. Und als Anhänger dieser Freiheit, der Grundvoraussetzung menschlichen Seins, bin ich überzeugt, die Gleichheit in der Welt kann nur durch die spontane Organisation von Arbeit und kollektivem Eigentum, durch die freie Organisation von Produzenten in Kommunen und die freie Föderation von Kommunen entstehen – nicht aber durch die Hand des als Vormund agierenden Staats.

Im Volksstaat des Herrn Marx wird es, so sagt man uns, keine privilegierte Klasse geben. Alle werden gleich sein, nicht nur vom juristischen und politischen Standpunkt aus gesehen, sondern auch vom ökonomischen. Es wird also keine Klasse mehr geben, aber eine Regierung und, wohlgemerkt, eine äußerst komplizierte Regierung, die sich nicht damit zufrieden geben wird, die Massen politisch zu regieren und zu verwalten, wie es heute alle Regierungen tun, sondern die sie auch ökonomisch verwalten wird. Dies alles wird eine ungeheure Wissenschaft und viele überreichlich mit Verstand versehene Köpfe in dieser Regierung erfordern.

Das wird die Herrschaft der wissenschaftlichen Intelligenz sein, die despotischste, arroganteste und herablassendste aller Herrschaften. Es wird eine neue Hierarchie von wirklichen und eingebildeten Gelehrten, und die Welt wird sich in eine im Namen der Wissenschaft herrschende Minorität und in eine ungeheure unwissende Majorität aufteilen. Und dann wehe der Masse der Unwissenden!

Fortsetzung folgt.

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