Meine Schulzeit

Meine Schulzeit: zwischen Zwängen, Deutschfeindlichkeit und Indoktrination

In den ersten Jahren auf dem Gymnasium war der Migrantenanteil in den Klassen schon relativ hoch. Die jungen Männer mit muslimischem Glauben blieben meist unter sich und fielen ziemlich oft durch einen rauen Umgangston und Gewaltbereitschaft gegen andere Mitschüler auf. Eine Zuspitzung fand immer im Ethikunterricht statt, in welchem ich zeitweise der einzige Deutsche war. Hier waren außer wenigen Konfessionslosen nur Jugendliche mit muslimischem Glauben. In der Minderheit musste man sich als deutscher Schüler häufiger Sprüche wie „Scheiß Deutscher“, „Schweinefleischfresser“ und „Allman-Lappen“ anhören.

Alles in allem war dieses Gymnasium aber noch gar nicht so schlimm, wenn man es mit der Wirtschaftsschule vergleicht, auf die ich später wechselte. Auf dieser kaufmännischen Schule lernte ich zum ersten Mal kennen, was eine Brennpunktschule ist: hoher Migrantenanteil, Drogenkonsum und -handel auf dem ganzen Schulgelände, dauernd gewaltsame Auseinandersetzungen auf dem Pausenhof, viele Schüler mit Waffen – und Lehrer, die mit all dem maßlos überfordert sind.

Es war diese kaufmännische Schule, an welcher ich im Ethikunterricht die Morddrohung eines Muslims erhielt, nachdem er mich als Ungläubigen beschimpft hatte. An dieser Schule herrschte eine extreme Deutschfeindlichkeit. Da wurden unter den Schülern Gespräche geführt, wer welchen Migrationshintergrund hat. Jeder bemerkte ganz stolz, er sei Türke, Albaner, Libanese. Diese Menschen hatten alle einen deutschen Pass und waren überwiegend in Deutschland geboren.

Ein Junge, der einen deutschen Vater und eine albanische Mutter hatte, sagte: Ich bin Halbalbaner. Darauf lachten alle und ein andrer erwiderte: Gerade noch mal gerettet, bloß kein Deutscher sein! Scheiß Nazis.

In meinen zwei Jahren auf dieser Wirtschaftsschule hatte ich häufig den Gedanken Ausländer zu sein – und das im eigenen Land.

Oft wurde ich in dieser Schule dumm angemacht. Nicht wegen etwas, das ich gemacht habe, sondern, was ich nicht gemacht habe: Richtiger Schweinefleischfresser. Ist sogar zu deutsch, um Drogen auszuprobieren. Mach mal den Gangsterrap aus, unser Allman macht sich sonst ins Hemd. Was seid ihr Deutschen nur für Schwuchteln. Kein Wunder, dass eure Weiber nur mit uns ficken!

Äußerungen wie diese wurden nicht ein- oder zweimal vom Stapel gelassen, sie wurden täglich wiederholt.


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1 Antwort zu Meine Schulzeit

  1. Ich bin Krankenpfleger, Jahrgang 1964, ich habe (vor allem während des Bürgerkriegs in Ex-Yuguslawien) gelernt, meine Übergaben sogar in serbokroatisch zu machen. Ressentiment ist keine Lösung für weltpolitische Probleme. Nationalismus ist sogar die Ursache dieser Probleme. Es kotzt mich an, dass es solche Brennpunkte gibt in der man sich für seine Nationalität entschuldigen muss. Aber es ist einfach keine Lösung wenn man jetzt als Super-Deutscher auftreten will. Es gab Nazis und es gab eine Zeit in der eine Diktatur herrschte. Heute bewegen wir uns wieder gefährlich nah an solchen Unfreiheiten. Eine Lösung wäre es, Lehrer besser zu bezahlen und diesen Machos eine Kante zu zeigen. Daher ist es doch gut, wenn politisch korrekte Sprache alle betrifft und jede Form von Diskriminierung geächtet wird. Oder? Weil Sprache das Bewusstsein prägt. Und das Bewusstsein von unterirdischen Asozialen (die in jeder Nationalität existieren) nur durch Bildung und Aufklärung verändert werden kann.

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