Manchmal schweige ich.

Manchmal schweige ich.
Manchmal macht mir die Angst vor Ablehnung
einen Strich
durch die Rechnung,
und ich verleugne mich.

Manchmal will ich auch Augenbinden tragen,
blind leeren Staatsversprechen hinterherjagen:
„Wir lassen doch nur Fachkräfte und Schutzsuchende rein.“
So ignorant wie die Menschenmassen will ich auch sein,
anstatt den Schritt aus dem System zu wagen.
Es ist unbequem, die Wahrheit zu sagen.

Gleichheit macht uns alle reicher,
Hauptsache nur, ich bin noch gleicher!
Es heißt „Die Welt liegt IHR zu Füßen!“
Das Patriachat soll für mich büßen.
Mein Körper ist kein Kinderspeicher.
Als Quotenpüppchen ist es leichter.

Erzieh mich, Großregierung!
Anpassung schützt vor Degradierung.
Im Strom treiben wir mit den toten Fischen.
Im Schwarm kann uns kein Kritiker entwischen.
Was soll ich denken? Formt mir meine Meinung!
Der Opportunist tritt artig in Erscheinung.


Zeichnung: Rolf Hannes

Stopp.
Will ich das wirklich?
Seit wann bin ich scheinheilig?
War ich nicht einst mutig?

Der Demonstrant wird Instrument seiner Regierung.
Der Totalitarismus tarnt sich als Globalisierung.
Diversität verschwimmt zur Grauschattierung.

Manchmal schweige ich.
Manchmal macht mir die Angst vor Ablehnung
einen Strich
durch die Rechnung,
und ich verleugne mich.

Aber wenn ich nicht aus der Schweigespirale aussteige,
dann tut es keiner.
Aus reiner Feigheit
ziehen wir uns zurück in Unmündigkeit.
Es reicht, wenn Einer
Mut und Zuversicht befreit

und spricht …

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