Lustmord

Sein Körper, schön, braun von oben bis unten, weich trotz allem die Haut, verführerisch weich, duftet gut, Serie for men wahrscheinlich, schwarze Flasche mit Silberverschluß, von wem gekauft, Karin, Petra, Evelyne?

Nein, nein, sagt er, Rosen – blassrot – parat, geschieden, froh, da endlich raus zu sein, aber das Hemd, sage ich, bügelt so ein Mann, mit diesem Kniff?

Das Lachen seines Lügenmunds, weich, betörend, zerstreut die Bedenken, für heute, Reinigung, na klar, also nichts wie ran, lange keinen so schönen Körper von nahem gesehen, gerochen, gefühlt.

Seine Hände, feingliedrig links wie rechts, zaubern mit den Rosen, deutlich rot heute, schön. Schön auch die Narbe an seinem Arm, Motorradunfall, der geknickte Gang, Leistenoperation, der neue Pullover, Grau mit Rot, von wem, Karin, Petra, Evelyne?

Heide Floor - Lustmord

Zeichnung: Rolf Hannes

Das Lächeln seines verlogenen Munds, offen, bezwingend, nein, nein, zärtelt er, von Mutter zu Weihnachten oder so, also nichts wie ran, keine Fragen, für heute, lange keinen so schönen Körper von nahem gesehen, gerochen, gefühlt.

Die Sprache seines Körpers, verschwenderisch, anpassungsfein die Bewegung, treibend, vergessend. Aber dieser Kopf, mit dem schönen Lügenmund, der flüstert, wovon ich träume, manchmal: Du, ewig, einzig.

Karin, Petra, Evelyne?

Nein, nein, sagt er, Rosen nun so rot wie geronnenes Blut dabei, Du meine Gossenfee, nur Du, und das Lachen seines Lügenmunds, wissend, unausweichlich, macht alles klar, für heute, also nichts wie ran, lange keinen so schönen Körper von nahem gesehen, gerochen, gefühlt.

Hier ist Evelyne, sagt die fremde Stimme am Telefon, zu spät, im Bett ein schöner Mann, mit stillgelegtem Lügenmund, mausetot.

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