Ludwig Wittgenstein

Ludwig Wittgenstein 1910

1. Sprache und Sprachspiel
Von der logischen Tiefenstruktur zur Sprachhandlung

Ludwig Wittgenstein wurde 1889 geboren, als Spross einer wohlhabenden und kinderreichen Familie in Wien. Zur Philosophie kam er auf Umwegen über Bertrand Russell, der in Cambridge lehrte. Wittgenstein war kein besonders guter Schüler, vor allem die technischen, naturwissenschaftlichen Fächer bereiteten ihm Schwierigkeiten. In Religion und Englisch jedoch hatte er gute Noten. Nach dem Vorbild des Vaters studierte der Sohn dennoch Ingenieurswissenschaft in Berlin. Schließlich lernte Wittgenstein Russell kennen und kam so durch die Anregung seines Mentors und Freunds zur Philosophie.

Wittgenstein brauchte Anregung von außen, aber einmal in Gang war er dann sehr überzeugt von seinen Ideen. Als jüdisch-stämmiger Homosexueller dürften ihn nicht nur einmal Steine in den Weg gelegt worden sein. Sein nicht unbeträchtliches Erbe verschenkte er ohne Zögern an seine Freunde. Geblieben ist ihm eine Blockhütte in Norwegen, die offensichtlich niemand haben wollte. Er verstarb 1951. Sein einziges zu Lebzeiten veröffentlichte Werk ist der Tractatus logico-philosophicus.

Beim Lesen der großen Klassiker, etwa Kant und Hegel, brach Wittgenstein die Lektüre stets vorzeitig ab, so sei er nie zu den eigentlichen Problemen dieser Philosophen durchgedrungen, weil ihm die Unklarheit der Sprache Mißbehagen bereitete. Er suchte vor allem nach Klarheit und Orientierung.

Wittgenstein hinterließ kein philosophisches System, so gibt es zahlreiche Versuche, Kohärenz in seinem Werk zu finden.

Philosophie wird in Sprache formuliert, wenn diese Sprache jedoch nicht gut formuliert ist, ist die Philosophie nicht zu verstehen, so Wittgenstein, der nach der idealen Sprache suchte. Die Sprache verhext unsere Gedanken, sagte er, Sprache verzerrt gleichsam unser Denken, umkleidet es.

Wittgenstein ging es darum, die reine Sprache dahinter zu finden, quasi den Gedanken zu finden, der in der Sprache steckt, den Gedanken von der Sprache zu entkleiden. Dieses Bedürfnis, die Sprache zu „enthexen“, ergibt sich womöglich auch durch den Einfluss der Aufklärung, der Wittgenstein in England ausgesetzt war und nicht zuletzt durch seinen Mentor und Freund, den Neopositivist und Wissenschaftstheoretiker Bertrand Russell (Hauptwerk: Prinzipia Mathematica, in der Russell die Sprache in mathematische Ausdrucksformen zu bringen sucht).

Fortsetzung folgt.

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