Latent dümmlich

Aufgepaßt 53 Latent dümmlich

© Rolf Hannes

Ein Journalist sagte neulich: 20% Prozent der Deutschen sind latent judenfeindlich. Wer das ausgerechnet hat und welche Kriterien angelegt werden für eine solche Behauptung, das sagte er nicht. Er sagte auch nicht, ob Kritik an der rassistischen Politik Israels gleichfalls antijüdisch ist. Auch sagte er nicht, ob Kritik an Herrn Blankfein samt seiner Bank Goldman Sachs antijüdisch ist, auch nicht, ob Kritik an der US-Regierung, in der viele Juden beteiligt sind, antijüdisch ist. Bin ich, wenn ich mir kritische Gedanken mache über jüdische Beschneidungsrituale, antijüdisch? Wenn ich sage, in meinen Augen ist Beschneidung eine Verstümmelung des Körpers, des männlichen so gut wie des weiblichen, bin ich dann antijüdisch? Auch die weibliche Verstümmelung des Geschlechts hat uralte Tradition, genau so wie die jüdische. Ist sie deshalb genau so zu verteidigen wie die uralte Tradition der Beschneidung von Jungen? Auch die leibliche Aufnahme Mariens wird eines Tags auf eine uralte Tradition zurückblicken. Wird sie deshalb verständlicher?

Kurzum, ich bleibe ratlos. Werde ich dazugezählt zu den 20%? Dieses Verdikt ANTIJÜDISCH ist der Knüppelausdemsack. Wohlfeil in die Runde zu streuen. Heißt das: Wenn du die Juden nicht restlos bejahst, ganz gleich wo und wie, sie nicht über den Schellenkönig lobst, dann hast du als Deutscher das Maul zu halten. Du hast nur diese beiden Möglichkeiten.

Sicherlich darf ich sagen: Mindestens 20% der Journalisten, Zeitungsschreiber, Festredner sind latent dümmlich. Darf ich das auch sagen, wenn ich nicht ausdrücklich die jüdischen Journalisten, Zeitungsschreiber und Festredner ausnehme?

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