Kriegsausbruch Folge 2

Kriegsausbruch am 1. September 1939 und die globale Sprengkraft geöffneter Moskauer Archive Folge 2

Mehr als ein Dorn im Auge

Seit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges war es Frankreich und England mehr als ein Dorn im Auge, die im kaiserlichen Deutschland bestehende Unterstützung weiter Teile der Deutschen jüdischen Glaubens für das eigene Land feststellen zu müssen. Nicht nur in Paris und London wurde seit Kriegsbeginn zwischen dieser Unterstützung und dem 1914 nicht erfolgten Kriegseintritt der Vereinigten Staaten eine direkte Verbindung hergestellt, die geradezu zwingend gekappt werden mußte. Ohne die Unterstützung oder gar Teilnahme der Vereinigten Staaten an diesem Krieg drohten Frankreich und Großbritannien den Kriegsanstrengungen der Mittelmächte zu erliegen. Der amerikanische Historiker David Fromkin hat in seiner Publikation über „den Frieden, der das Ende aller Frieden“ bedeutete, vielleicht nicht zufällig nach dem Ende des Kalten Krieges 1990 auf den damit verbundenen Gesamtzusammenhang aufmerksam gemacht.

Die in Versailles ausgelegte Kriegslunte

Nach den folgenden Geschehensabläufen vermag man es heute kaum zu glauben, daß es gerade das kaiserliche Deutschland bei Kriegsbeginn im Unterschied zu seinen Kriegsgegnern gewesen ist, das sich weiter Aufgeschlossenheit Menschen jüdischen Glaubens in weiten Teilen der Welt erfreute. Das mußte im Interesse aus London und Paris nicht nur des eigenen Kriegserfolges wegen beendet werden. Nach dem Ersten Weltkrieg mit seinem Rachediktat 1919 in Versailles wurde wesentlich durch amerikanische und britische Finanzkreise in Deutschland einer Partei zum Aufstieg verholfen, die stramm anti-semitisch und anti-bolschewistisch war und mit größter Wahrscheinlichkeit die in Versailles 1919 ausgelegte Kriegslunte zur Explosion bringen würde.

Das einzige Mittel gegen die Fortsetzung des Verderbens

Es ist nicht nur die Geschichte des vergangenen Jahrhunderts, die es geradezu gebietet, den von Präsident Putin gezeigten Weg zu einem umfassenden historischen Gesamtbild mitzugehen und mitzugestalten. Korrekturen an der heutigen Politik mögen als Folge eines entsprechenden Vorgehens unausweichlich sein. Diese Erkenntnisse sind vielleicht das einzige Mittel, uns alle vor der Fortsetzung des Verderbens einem anderen Volk gegenüber zu bewahren. Das wird gerade im Vorfeld eines weiteren Gedenktages aus dem kommenden Januar 2021 deutlich. Dann ist es gerade einmal 150 Jahre her, daß mit dem Deutschen Reich, gegründet 1871, ein neuer Staat in der Mitte des westlichen Europa das Licht der Welt erblickte und – wie wir heute wissen- vom ersten Augenblick den sich zum Kriege deshalb aufrüstenden Argwohn der etablierten europäischen Hegemonialmächte Frankreich und England hervorrief. Man wollte in Festlandseuropa schalten und walten, wie es einem beliebte.

Da störte ein einiges Deutsches Reich

Jenseits des Atlantiks rief das Deutsche Reich extreme Besorgnis einer kommenden Globalmacht hervor, die schon eine mögliche Zusammenarbeit zwischen dem kaiserlichen Rußland und dem kaiserlichen Deutschland heraufziehen sah. Versailles 1919 und Potsdam 1945 waren gegen Deutschland gerichtete Zwischenschritte, einen eigenen ständigen Machtfaktor zu beseitigen. Russland steht in dieser Gedankenwelt und im heutigen praktischen Vorgehen der NATO noch aus. Die amerikanische Präsidentschaftswahl wird uns den Weg aufzeigen. 

Willy Wimmer
ist ein Urgestein der CDU. Er war drei Jahrzehnte Bundestagsabgeordneter der Partei und verteidigungspolitischer Sprecher sowie Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung. Am Gelingen der deutschen Wiedervereinigung hatte Wimmer maßgeblichen Anteil. Bis 2000 war er sechs Jahre lang Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE. Willy Wimmer gilt als scharfer Kritiker der Politik von Angela Merkel. Er hat sich immer wieder gegen die Beteiligung Deutschlands an illegalen Kriegen wie dem gegen Jugoslawien ausgesprochen.

Quelle: Der Privatinvestor Politik Spezial 07/2020

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