Journalisten gegen Pressefreiheit Folge 3

Jetzt versucht man, Reitschuster juristisch zu verfolgen.

Freilich geben Reitschusters eigene Texte da nichts her, denn der Mann arbeitet sauber. Also haben die BPK-Vereinsmeier nach unten gescrollt: zu den Leserkommentaren. Auch für die ist, rein rechtlich, der Betreiber eines Blogs in gewisser Weise mitverantwortlich. Zumindest muss er dafür sorgen, dass bestimmte Kommentare – in denen etwa zu Straftaten aufgerufen wird oder die echte Beleidigungen enthalten – angemessen schnell gelöscht werden.

Nun sind aber auch Reitschusters Leser weit überwiegend absolut wohlerzogene und kultivierte Menschen, entsprechend erfolglos blieben die BPK-Fahnder. Und weil sich so gut wie nichts fand, was von rechtswegen wirklich eine Löschaufforderung gerechtfertigt hätte, wechselte man im Vereinsvorstand die Taktik.

Man markierte in den Leserkommentaren nun einfach fast alles, was sich irgendwie kritisch mit der Bundespressekonferenz befasste – und verlangt von Boris Reitschuster jetzt, all diese Kommentare zu löschen. Oder anders:

Mit steuerlicher Förderung führt der Verein in eigener Sache einen Feldzug gegen die Meinungsfreiheit.

Wie gnadenlos absurd das ist, zeigt ein Blick auf die Wörter, von denen der BPK-Vorstand will, dass sie von Boris Reitschusters Blog gelöscht werden. Ein Auszug:

  • Zottel (über Tilo Jung), Honks, Systemstricher, sozialistische Journalistentruppe,
    „Merkt euch die Namen“, Hofschranzen, Hofberichterstatter, Schreiberlinge, widerlich
    charakterlos, Hofnarr (über Tilo Jung), gestörte Vögel, Deppen, intrigante Schlangen-grube, Propagandisten, Lügenpresse, Selbstdarsteller, arme Sau (über Tilo Jung),
    geistige Kleingärtner, eierlose Kollegen, Schreiberlinge, bemitleidenswerte Kreaturen aus dem Enddarm der Regierenden, linksversifft. Kasperletheater, geistige Umnachtung, Marionetten der Regierung, neidische „Kollegen“. hohle Phrasen-Show.

Jeder Anwalt hat jetzt Atemnot vor Lachen.

Sehen wir einmal davon ab, dass ich persönlich einiges davon aus Stilgründen nicht unbedingt sagen oder schreiben würde (obwohl es zuweilen durchaus witzig ist): Meint der BPK-Vorstand allen Ernstes, diese Meinungsäußerungen seien verboten? Oder man müsste sie verbieten? Oder man könne verlangen, sie zu löschen?

Fortsetzung folgt.

 

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