Hoffnung und Wert

Zeichnung und Collage: Marianne Mairhofer

Jeder kennt Sätze wie: Ich hoffe, es wird besser oder Es kommen bessere Zeiten. Und viele von uns tragen jahrelang, jahrzehntelang ihre Hoffnung, wie auf einem Tablett vor sich her. Egal, ob es um einen Partner geht, um einen Chef oder um eine Situation. Wir hoffen, dass er/sie/es sich verändert. Warum? Wir hoffen, dass damit auch etwas für uns besser wird. Wir uns besser fühlen können. Vom anderen (egal ob Person oder Situation) erlöst werden. Jeder kennt den Satz: Man kann nicht nur von Luft und Liebe leben. Aber viele leben mit und von der Hoffnung.

Wie lebt es sich damit? Nun, wenn wir die Hoffnung eine zeitlang hochhalten können, dann lebt es sich ganz gut. Bis hin zur Euphorie. Aber auf Dauer ist das nicht zu halten. Die Hoffnung schrumpft immer wieder zusammen. Und dann wird es grausam. Wir fühlen uns klein, unbedeutend, ungesehen, ungeliebt usw.

Warum? Weil wir denken, dass wir nur, wenn der andere uns richitg sieht oder die Situation gut läuft, wertvoll sind. Hängt unser Wert also von den Anderen und den Umständen ab? Nein, nein und nochmals nein! Wir sind von Beginn an wertvoll! Das müssen wir uns immer bewusst machen. Und unser Wert ist durch nichts zu schmälern – ganz egal, was andere uns antun, was das Schicksal für uns bereit hält, wie Situationen auch ablaufen – wir sind und bleiben wertvoll.

Wir sind es, die diesen Wert fühlen. Er ist nicht von anderen abhängig. Wenn wir dazu neigen, ihn immer wieder zu vergessen, sollten wir es mit großen Buchstaben an die Wand malen: Ich bin wertvoll – so wie ich bin!

Daher kann auch keine Erlösung von anderen kommen. Umso wichtiger ist es, darauf zu achten, was tatsächlich ist. In der Partnerschaft, in der Arbeit, in einer Situation. Entspricht mir das, was ist? – Nicht das, was ich mir erhoffe. Bin ich zufrieden, mit dem was ist? – Nicht damit, was hoffentlich irgendwann sein wird.

Kann ich glücklich sein, mit dem was ist? – Nicht, mit dem, was möglicherweise kommen könnte.

Wenn nicht, liegt es an mir, etwas zu verändern. Ich will mir mehr wert sein, als von der Hoffnung zu leben.

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