Hilfsorganisationen 2

Hilfsorganisationen 2

Zeichnung: Rolf Hannes

Die beiden Frauen, Anna und Bertha, unterhalten sich weiter.

A: Wollen Sie noch wissen wie die Organisationen organisiert sind? Also hunderte, vielleicht tausende sind schlichtweg kriminell. Die gibt es nur, um einige Dösköppe um ihr Geld zu erleichtern und sich selbst zu bereichern.
B: Werden die nicht verboten?
A: Das ist nicht so einfach. Jeder darf für irgend etwas sammeln, er muß sich nur das Mäntelchen der Nächstenliebe umhängen.
B: Und die andern?
A: Ja, die seriösen. Für die die Öffentlichkeit, die Kirchen, die Regierungen zu Spenden aufrufen.
B: Was ist mit denen?
A: Mit denen ist, daß sie erstmal für sich selbst sorgen. Für ihre Ämter und Pöstchen. Die sind so dick und fett organisiert, die brächen zusammen, wenn sie die Not, die sie vorgeblich bekämpfen, aus der Welt schafften.
B: Die müssen also die Mißstände am laufen halten?
A: Sie sagen es. Die brauchen gar nicht viel dazu beitragen. Die Mißstände laufen von allein. Das ist ein Segen für die Organisationen.
B: So kommen sie nicht in den Verdacht, das gutzufinden, was sie bekämpfen wollen.
A: Wissen Sie, was Keith Richard mal gesagt hat?
B: Der von den Rolling Stones?.
A: Ja. Der hat gesagt: Es wird ja nicht nur mit Drogen viel Geld verdient, sondern auch mit der Bekämpfung der Drogensucht.

Fußnote: Keine Institution, die mit der Bekämpfung eines Mißstands befaßt ist, würde diesen soweit abschaffen, daß sie als Institution letztlich überflüssig wird.

Als Einübung in die Philosophie des Alltäglichen zu beherzigen:

Das Halbwissen ist siegreicher als das Ganzwissen: es kennt die Dinge einfacher, als sie sind, und macht daher seine Meinung faßlicher und überzeugender.
Friedrich Nietzsche ◊ Menschliches, Allzumenschliches

Der Einwand, der Seitensprung, das fröhliche Mißtrauen, die Spottlust sind Anzeichen von Gesundheit: alles Unbedingte gehört in die Pathologie.
Friedrich Nietzsche ◊ Jenseits von Gut und Böse

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