Grünes Europa? Nein: Armes Europa! Folge 3

Die Rache der fossilen Energieträger:

In alternativen Medien im Internet wird das Versagen der Energiepolitik deutlich thematisiert. “Das Grüne Europa schielt wieder nach der Kohle“, schmunzelt Michael Fumento im US-Blog “American Institute for Economic Research.“ Aber selbst im medialen Mainstream, zumal in Finanzpublikationen, wo Zahlen (noch) mehr zu sagen haben als Ideologie, wird der Ton deutlicher. “In einer Welt, die den Klimawandel bekämpft, kommt jetzt die Rache der fossilen Energieträger“, titelte am 10. Oktober Bloomberg.

Das Fazit in dem Artikel lautete so: “In Europa, wo Elektrofahrzeuge immer beliebter werden, boomt der Verkauf von Benzin und erreicht in einigen Ländern ein 10-Jahres-Hoch. In den Entwicklungsländern, von Brasilien bis China, ist der Erdgasverbrauch höher als je zuvor. Der weltweite Energiehunger kollidiert mit dem begrenzten Angebot, das seinerseits das Ergebnis einer Reihe von Faktoren ist und die Strompreise in vielen Ländern in die Höhe schnellen lässt. Alles zusammen-genommen erreicht die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen bereits wieder das Niveau vor der Pandemie, was bedeutet, dass auch die Emissionen steigen. Bei den derzeitigen Trends wird der kombinierte Verbrauch von Kohle, Erdgas und Erdöl bis Mitte 2022 wahrscheinlich einen historischen Höchststand erreichen.“

Wir nähern uns dem Punkt, vor dem es den Klima-Apologeten graust: die wachsende Bedrohung durch einen großen Blackout und die Inflation, die sich an Tankstellen deutlicher als anderswo zeigt, höhlt die noch verbliebene Unterstützung für die radikale und zunehmend autoritäre Klimapolitik aus und mobilisiert immer mehr Kritiker. In Deutschland, wo die Grünen gerade eines ihrer besten Wahlergebnisse eingefahren haben und dabei sind, der kommenden Koalitions-Regierung ihren energiepolitischen Stempel aufzudrücken, ist die laufende Energiekrise nicht nur ein Wink, wohin ideologisch betriebene und überstürzte Politik führen kann, sondern auch ein brisantes Omen: selbst moralisierende und mit Brachialgewalt gegen jede Vernunft durchgesetzte Energiepolitik hat eherne Grenzen und muss scheitern.

Markus Gärtner studierte Politik und VWL in München als Stipendiat der Konrad Adenauer Stiftung. Ein Jahr lang arbeitete er für Dick Cheney im US-Kongress. Dann war er 30 Jahre Journalist, darunter Finanzreporter der ARD in Frankfurt und China-Korrespondent des Handels-blatts in Peking. Irgendwann während der Finanzkrise schluckte er die Rote Pille, stieg aus der Matrix aus und verließ den Medien-Mainstream. Seit Oktober 2018 ist er Chefredakteur von PI Politik Spezial.

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