Götz George

Götz George

Foto: Ulrich Fuchs

Er war einer, der mir aus der Seele sprach, wenn er Klartext redete. Es waren weniger seine hellsichtigen Sprüche, die er als Schimannski draufhatte, obwohl ich jubelte, wenn er sie vom Stapel ließ. Insgeheim bin ich kein Krimigucker, schon gar kein Krimileser, und das seichte Zeugs einer Donna Leon finde ich sogar verderblich. Aber Schimi verkörperte etwas, das mich hinriß in seiner Ungekünsteltheit, in seiner Unverstelltheit, in seiner Wahrhaftigkeit.

Und natürlich war er in seinen großen Filmen, etwa im Der Totmacher einer der Größten weltweit. Das bestätigen seine Kollegen und Freunde kompetenter als ich.

Was mich Götz Georges Tod beklagen läßt, den nicht zu ersetzenden Verlust, ist dies: Er sagte in aller Klarheit, aus Hollywood könne nur Falsches, nur Falschheit kommen. Und Hollywood war das Synonym für das US-Amerika, das ihm zutiefst zuwider war. Er meinte damit nicht die Bevölkerung, in der es nicht mehr Schufte gibt, als in allen anderen Bevölkerungen, er meinte damit nichtmal die Filme, die dort entstehn (wovon einige so übel sind, daß er sie sicherlich verabscheute), er meinte damit das perfide Beglückungssystem, das sich politisch aufschwingt, die Welt zu beherrschen.

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