Geschichten von Dschuang Dsi 8

Der Affenberg

Dschuang Dsi 8

© Rolf Hannes

Der Prinz von Wu nahm ein Boot zum Affenberg. Sobald die Affen ihn sahen, flohen sie in Panik und versteckten sich in den Baumwipfeln. Ein Affe jedoch blieb, völlig ungerührt, hangelnd von Ast zu Ast – ein außergewöhnliches Verhalten.

Der Prinz schoß einen Pfeil auf den Affen, doch der fing den Pfeil geschickt im Flug ab. Danach befahl der Prinz seinen Gefährten einen gemeinsamen Angriff. Im nu wurde der Affe von vielen Pfeilen getroffen und war tot.

Dann wandte sich der Prinz an seinen Freund Yen Pu‘i: Du weißt, was geschah? Dieses Tier stellte seine Geschicklichkeit zur Schau. Es vertraute seiner Geschicklichkeit. Es dachte, niemand könnte ihm etwas anhaben. Beherzige das! Verlaß dich nicht auf deine Kunstfertigkeit, wenn du es mit Menschen zu tun hast.

Nachhause zurückgekehrt, wurde Yen Pu‘i Schüler eines Weisen und vermied alles, was ihn hervorstechen ließ. Er kehrte jeglicher Zerstreuung den Rücken. Bald wußte niemand im Königreich, woran er mit ihm war. Doch sie hielten ihm ein ehrfürchtiges Gedenken.


Tao bedeutet ursprünglich Weg. Taoismus ist keine Religion, wenn er auch viele religiöse Gruppen beeinflußt hat, er ist vielmehr eine mystisch-philosophische Weltschau.

Dschuang Dsi heißt: Meister Dschuang, chinesischer Philosoph und Dichter, um 365 vor der Zeitrechnung bis 290

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