Gefälligkeitswissenschaft Folge 2

Modelle können für alles ein passendes Ergebnis liefern, aber beweisen können sie nichts. Sie sind oft nichts weiter als eine willkommene Hilfe, um den Entscheidungsträgern das Abschieben der Verantwortung auf ein untaugliches Modell zu ermöglichen. Irgendjemand muss schließlich die Verantwortung tragen. Und was würde sich da besser anbieten, als ein weltfremdes Modell?

Eine „Kontributionsmatrix“ soll den Anteil der Geimpften und Ungeimpften am Pandemiegeschehen abbilden. Wer einen wissenschaftlichen Masochismus pflegt, dem sei die Beschreibung der Matrix auf Seite 10 ff. der Arbeit ans Herz gelegt.

Wer sich für die reduktionistischen Annahmen des Modells en détail interessiert, dem sei diese Besprechung empfohlen.

Brockmann, der an der Humboldt-Universität das ‚Brockmann Lab‘ leitet und diese Studie verfasst hat, ist gleichzeitig auch Leiter der Projektgruppe P4 (Epidemiologische Modellierung von Infektionskrankheiten) am Robert Koch-Institut. Alle anderen, bis auf Mirjam A. Jenny und Cornelia Betsch, gehören ebenfalls dieser Projektgruppe an. Das RKI erhielt im November übrigens wieder eine halbe Million US-Dollar von der Gates Foundation.

Können wir angesichts solch hochkarätiger Verbindungen von wissenschaftlicher Unvoreingenommenheit oder kritischer Distanz zu den vom RKI empfohlenen Maßnahmen ausgehen?

Lancet widerlegt HU-Modell

Wer aussagekräftige Wissenschaft betreibt, der stützt seine Erkenntnisse nicht ausschließlich auf Modelle, die einen hochkomplexen Sachverhalt unzureichend beschreiben, sondern insbesondere auf experimentelle Beobachtungen. Diese erfordern jedoch Zeit, Geld und Mühe. Nun lassen sich Experimente und Beobachtungen realer Phänomene oft nicht so angenehm feinjustieren, wie ein mathematisches Modell, das die Menschen dazu noch in wissenschaftliche Ehrfurcht durch komplex wirkende Formeln versetzt.

Schluß folgt morgen.

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