Gabriele Wohmann

 

Gabriele Wohmann bei einer Lesung 08/1992 in Muenchen

Gabriele Wohmann bei einer Lesung 08/1992 in Muenchen

Foto: Andreas Bohnenstengel

Vor wenigen Tagen starb die Dichterin Gabriele Wohmann, und ich erinnerte mich, schon vor Jahrzehnten einige ihrer Kurzgeschichten voller Bewunderung gelesen zu haben. Aufgescheucht durch die Nachricht ihres Tods und im Bewußtsein, die meisten ihrer Bücher nicht zu kennen, bin ich nun dabei, einiges nachzuholen.

Es sind ihre Geschichten, ihre Kurzgeschichten, die mich faszinieren. Und von Geschichte zu Geschichte steigt meine Bewunderung. Es ist nicht so sehr das, was in ihnen erzählt wird, es ist das, wie es erzählt wird, mit welcher Kunstfertigkeit, mit welcher Könnerschaft, mit welcher Intensität erzählt wird.

Die Geschichten liegen auf der Straße, für alle greifbar, für alle begreifbar, aber nur durch literarische Kraft werden sie zum Kunstwerk. Aus literarischem Handwerk wird dann literarisches Genie. Und es ergießt sich nicht über 700, es offenbart sich in 7 Seiten. Nur einmal kam ich ähnlich ins Schwärmen, bei der kanadischen Schriftstellerin Alice Munro. Sie bekam vor einiger Zeit den Literaturnobelpreis. Eine Frau, die nicht einen einzigen Roman geschrieben hat in 60 Jahren, nur Kurzgeschichten. Einigen der Vielschreiberzunft blieb die Spucke weg. Ich habe gejubelt.

Und was ist mit Gabriele Wohmann, was war mit Gabriele Wohmann?

Dieser der Munro kongenialen Dichterin? Sie hat nichtmal den Büchnerpreis bekommen, das ist eine Schande für die Zunft.

(Eine gräßliche Wienerin, ich kann ihr menschenfresserisches Gesicht nicht anschauen, ich mag ihren Namen nicht aussprechen: ihre gräßlichen Bücher waren nobelpreiswürdig. Nur, weil mal wieder eine Wienerin drankommenn mußte, pfuideibel.)

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