EXTRAPOST 14

Weltwirtschaftsforum in Davos vom 22. – 25. Januar 2019

Am 20. Januar 2016 schrieb ich: Wieder treffen sich die feinen Herrschaften des Weltgeschehens in Davos. Es sind etliche darunter aus den 62 superreichen Familien, die die Hälfte allen Vermögens rund um den Globus besitzen. Es kann mir nur übel werden, wenn ich bedenke, mit wieviel Milliarden der Weg gepflastert ist, der in den Kreis dieser Strippenzieher führt.

Diesmal wird der Gipfel nicht von unsrer Kanzlerin eröffnet, diesmal ist es unser Sonntagsredner Gauck. Frau Merkel ist etwas angekratzt, sie ist sozusagen in Schieflage und zurzeit nicht so herzeigbar. Sie hat in den letzten Jahren alles das brav ausgeführt, was ihr von den Mächtigen in Politik und Wirtschaft eingeflüstert wurde. Es ist das Gebot des Überlebens, das sie so handeln ließ. Es blieb ihr gar nichts andres, als diesem unsichtbaren und sehr vorhandenen Gebot zu folgen, wenn sie Kanzlerin werden und bleiben wollte.

Haben sich die Davoser schon jemand anderes ausgeguckt? Etwa unsern Filibuster Schäuble? Oder gar Steinmeier? Die Eule, die keine Eulen nach Athen trägt.

Das schrieb ich, wie gesagt, 2016.

Und nun? Monsieur Großfuß Macron ist auch nicht mehr so quietschfidel wie vor einem Jahr, er hat die Hosen gestrichen voll und scheidet aus. Trump, ob gescholten oder nicht, dreht Davos eine kalte Nase und bleibt zuhause. Die Briten hat es vollends erwischt, sie rumoren unter sich auf ihrer Insel.

Als ich, sehr früh, nämlich 1953, in Britannien war, erfuhr ich bald, daß das Adjektiv continental in England ein Schimpfwort ist, auf das Festlandeuropa gemünzt ist es soetwas wie eine gefluchte Verwünschung.

Hinwiederum viele Schotten meinten damals: Warum habt ihr sie nicht etwas mehr gezaust, wir können sie nicht ausstehn, diese Engländer.

Meine Einstellung war: Seit frühester Kindheit bin ich verliebt in alles Englische, in seine Literatur, in seine Lebensweise, in seinen Humor. Und darin eingeschlossen dachte ich mir auch das Schottische. Ich hatte gar keine Ahnung, das seien 2 unvereinbare Welten.


© Rolf Hannes

Imgrunde ist es gleichgültig, wer Deutschland oder Brüssel oder Großbritannien regiert. Er oder sie wird nur ausführen, was andernorts gewünscht wird. Es muß nur nach Regieren ausschauen.

Was unser Parlament angeht, so ist es ein Quasselclub mit Unterhaltungswert, manchmal. Es darf gefordert werden, es darf widersprochen werden, es darf durchgegriffen werden, es darf staatstragend geredet werden. Es darf alles werden, nur nichts, das nach Wirklichkeit verlangt.

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