Europa?

Europa?

© Rolf Hannes: Gedicht und Wappen des Heinrich von Morungen um 1200

Es ist schon eine Weile her, da saßen meine Frau und ich in einem Konzert, an dessen Ende wir gemeinsam zu der Überzeugung kamen: Europa hat es wirklich einmal gegeben. Es war das Programm des Konzerts, das uns darauf brachte:

Ein spanischer Kontertenor sang italienische Arien aus Opern des Deutschen Georg Friedrich Händel, die er für seinen englischen König geschrieben hatte. Die Musiker, die das Konzert bestritten, waren Franzosen.

Und es fand statt in Freiburg, diesem liebenswerten aufstrebenden tummeligen Provinznest zwischen dem Schwarzwald, dem Elsaß und dem schweizerischen Jura. Als uns das auffiel, sagten wir in Übereinstimmung: Hier erleben wir ein wenig Europa.

Ja, Europa muß es wirklich einmal gegeben haben. Noch zu Goethens Zeiten.


Fußnote mit Übertragung des Gedichts ins Neuhochdeutsche:

Wenn ich allein bin, erscheint sie mir vor augen.
Mir ist, wie wenn sie zu mir geht durch die mauern.
Ihre rede und ihr trost lassen mich nicht trauern.
Wenn sie will, so führt sie mich von hinnen
mit ihrem wissen handhoch über die zinnen.

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