Es nahet gen der uasenacht

Wolkenstein

© Rolf Hannes

Es naht uns nun die fasenacht
da woll´n wir frech und fröhlich sein
zwei und zwei zusammengebracht
so wie verliebte täubelein
doch habe ich mich schon gesellt
zu meiner krücken
die mir mein schatz hat auserwählt
statt liebes drücken

Und ich die krück´ fest an mich rück
freundlich in meine achsel drück
sie ist ein wirklich hartes stück
daß sie muß knarren
was soll mir vor der fasenacht
noch widerfahren
bäh nun laßt das schnarren

Nun da die wilden vöglein sind
gepaart schon ohne allen neid
was soll man denn als menschenkind
nicht feiern diese liebe zeit
umhalsen küssen ein schönes weib
laß dich genießen
gewähre deinen jungen leib
ohne verdrießen

Die fastnacht und des maien pfad
die pfeifen fast aus einem sack
was sich im jahr verborgen hat
das äugt nun offen in den tag
doch meine frau die tücke spart
mit falschem winken
bis in den herbst. verfluchte fahrt
jetzt muß ich hinken

Oswald von Wolkenstein: Es nahet gen der uasennacht
aus der Liederhandschrift B 1432; ins Neuhochdeutsche übersetzt

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