Ein Wort zum Sport

Es ist eine Schande zu was weltweit seit einiger Zeit die offiziellen Sportereignisse mißbraucht werden. Am schlimmsten geht es zu bei Olympiaden, Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und ähnlichen Großereignissen. Augenfällig sichtbar wurde das in Rio bei der Olympiade.

Für viele Milliarden werden Sportstadien und –orte errichtet, die der Prunksucht einiger Sportfunktionäre, dem Großmannsgehabe einiger Politiker, und vor allem der Geldgier einer korrupten Elite dienen.

Tausende SportlerInnen quälen sich jahrelang Höchstleistungen ab, um beim großen Ereignis dabeizusein. Nehmen wir an, sie sind nicht Teil der Drogenmafia, dann erleben sie rechtens das Glück, sich zeigen zu können in ihrem Sport.

Aber für viele Funktionäre ist das nebensächlich. Hauptsache, es gibt den auf Höchstleistung getrimmten Sportler, der herzuzeigen ist in vielen Stunden Fernsehübertragung, ob nun mit oder ohne Doping. Mit dieser lästigen Nebensache, sagen sie sich, können wir uns immer noch beschäftigen.

Cristo Redentor auf dem Corcovado in Rio de Janeiro

Cristo Redentor auf dem Corcovado in Rio de Janeiro

Wie zum Hohn thront dieser zementene Christus über allem Spektakel. © Nico Kaiser

Und wir, die Zuschauer, die begeistert die Fahrt eines Kanuten verfolgen und mit ihm glücklich sind, wenn er als Sieger ins Ziel kommt? Wir freuen uns mit ihm und blenden aus, daß 90% der Brasilianer die Olympiade ablehnten. Sie wurden und werden nicht gefragt, wenn gebaut wird, wenn abgerissen wird, wenn vertrieben wird, wenn staatliche Gewalt das Land überzieht zum Schaden der kleinen Leute. Derweil es an Schulen fehlt, derweil es an Infrastruktur fehlt, derweil es oft am Notwendigsten fehlt.

An der Bevölkerung Brasiliens lief die Olympiade vorbei wie ein zynisches Mißverständnis, wie ein falsches, gefälschtes, wie ein vergiftetes Geschenk.

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