Ein unlösbares Dilemma

Ein unlösbares Problem

© Rolf Hannes

Allenthalben mehren sich die Anzeichen: Frankreich rutscht in eine allgemeine Depression. Es fühlt sich von Deutschland wirtschaftlich abgehängt und mißverstanden. Das ist den Franzosen eine ganz arge Nuß. Sie, den Deutschen nachhinkend, sie um Verständnis bitten, für ihre wirtschaftliche Misere ein Einsehen zu haben, das können sie nicht ertragen. So ist eine der offiziellen Lesarten.

Seit den Zeiten Karl des Großen, als sein Reich in ein westliches und ein östliches geteilt wurde, gibt es dieses Messen, wer denn das wahre Erbe angetreten hat. Wenn es bei den Deutschen ein Reich wurde, so wurde es bei den Franzosen die Grande Nation. Diese Große Nation fühlt sich hinkend und ganz klein.

Wie war das denn noch in vergangenen Zeiten? Hatten nicht sie das Leben eigentlich erfunden? Die feine Lebensart, die feine Liebe, das feine Speisen, das feine Schlendern, kurzum, die gehobene Lebensart. Standen sie nicht im Bund über die Jahrhunderte mit allen Musen und Göttern der Welt?

Früher stand den Staaten in Europa die Möglichkeit offen, einen Krieg anzuzetteln. Das lenkte ab und brachte nationale Übereinstimmung. Das ist ihnen nun verwehrt. Heute werden die Kriege in der Wirtschaft ausgefochten. Statt des Generalstabs haben Bankvorstände das Sagen. Nicht ganz unbestreitbar, daß das segensvoller für die Menschheit ist.

Sehr beklagenswert allerdings ist, daß das bißchen Sozialismus in Frankreich auf so wackligen Beinen steht, denn er ist mir viel näher als der Erfolgskapitalismus in Deutschland. Aber die Reichen beider Länder (aller Länder) wollen noch reicher werden, und so favorisieren sie lieber die Machart BRD.

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