Ein Traum

Hab mir ein Schild gebastelt, worauf beidseitig steht: 1000 Höckes braucht das Land. Bin stolz darauf wie glatt dieser Slogan sprachlich flutscht. Mit diesem Schild wage ich mich auf die Kaiser-Joseph-Straße. Wohlweislich inmitten der Straße, weil ich befürchte unter den Arkaden könnte ich von Wüstlingen, die nicht meiner Meinung sind, zusammengeschlagen werden. Gehe also mitten die Kajo rauf und runter. Den Trambahnen weiche ich geschickt aus. Hab sogar den Mut, den Text lauthals raauszuschreien.

Morgens auf der Bettkante sitzend, krieg ich einen gehörigen Schreck. Was, wenn ich den Traum in die Tat umsetze? Auch ohne erschlagen zu werden, wär ich bei vielen meiner Bekannten, meinen Freunden unten durch. Ich hab nur Jasager um mich herum, nach dem Motto: Merkel ist die Beste. Und Höcke ist ein Nazi und Schlimmeres. Amiya, Amiyamore, der Kelch ist an dir vorübergegangen,

Etwas, das meinen Traum beeinflußt hat möglicherweise. Erinnere das Video einer Frau aus Hamburg. Sitzt eines Tags mit einem selbstgefertigten Schild allein am Jungfernstieg. Auf dem Schild steht: Merkel muß weg.

Sie war nicht lang allein, mehr und mehr schlossen sich Gleichgesinnte an. In Hamburg, eine Hochburg der linken Schlägertrupps. Das nenn ich Mut. Dagegen ist mein Traum eine feige Angelegenheit. Die Frau ist intelligent, sehr schön, sehr bescheiden bei aller Selbstsicherheit, mit einem Schotten verheiratet. Der voll und ganz hinter ihr steht.

Am 3. Tag zertrümmert die Schlägermeute das Schild, Polizei rückt an, es geht drunter und drüber. Die Frau übergibt Stärkeren die Führung und sucht erstmals Fürsprecher bei der AfD. usw.

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