Ein Traum


Zeichnung: Rolf Hannes

Felix, ein Halbwüchsiger in kurzen Hosen, kommt aus einem östlichen Land und will in meiner Begleitung zu einem Filmfestival in Spanien (?), Portugal (?). Es ist ein Weltjugend-Filmfestival. Aber der Film, den sich Felix anschaun will, langweilt mich, weil ich ihn schon kenne. Ich sage: Das vermag ich nicht, diesen Schmarrn nochmals anzusehn. Darauf bedeutet Felix mir, das sei nicht so schlimm, er habe den Zweck des Filmbesuchs schon erreicht, nämlich ein Mädchen wiedergetroffen. An seiner Hand hält er ein ziemlich unansehnliches Geschöpf, brav und klein (aber wenigstens nicht dürr). Wir könnten in ein anderes Kino gehn, schlägt er vor.

Hinter einem halbgeöffneten Fenster (wie bei einem Wohnhaus) sitzt ein älterer, mürrischer Mann, der Karten verkauft. Vor sich auf der Fensterbank hat er an kurzer Leine einen struppigen grauen Köter, der die Zähne fletscht. Die Karten erwisch ich, ohne gebissen zu werden, aber das Wechselgeld kann ich mir nicht nehmen. Da kommt der Alte ums Eck herum und hält einen Turm Münzen in der Hand. Um mich zu kränken, läßt er sie kurz vor meinen Händen in den Dreck fallen. Ich bin wütend, beschließe jedoch, mich nicht nach dem Geld zu bücken. Ich strafe Mann und Geld mit Verachtung und denke: Er wird sich selbst danach bücken, und dann kriegt er einen Tritt in den Arsch. Tatsächlich winkt er einen kleinen Jungen zu sich und schickt sich an, das Geld aufzuklauben.

Da bricht meine Traumerinnerung ab. Es reut mich sehr, ihm, dem Alten, nicht einen ordentlichen Tritt in den Hintern verpaßt zu haben.

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