Die Wohlfahrtsmafia 2

Aufgepaßt 58 Wohlfahrtsmafia 2

Ich hab mir, nachdem ich einige Nachforschungen über dieses Helfergewerbe angestellt hatte, mir so meine Gedanken gemacht. Wie läuft das so? Zunächst: Wer einmal in den Fängen dieser Organisationen ist, darf ihr nicht mehr entwischen. Er ist dann sozusagen ein Kunde, an dem man Geld verdient. Und von Jahr zu Jahr wächst die Klientel. Mit ihr die Anzahl der Beschäftigten in diesen karitativen Einrichtungen.

Es arbeiten mehr in diesem Gewerbe, als in allen anderen Branchen. Ein Millionenheer strickt an der Masche der Mildtätigkeit, doch von Pflegern, Krankenschwestern und ähnlichen Jobbern höre ich, sie seien überlastet und unterbezahlt. Das stimmt. Eine Mehrzahl wird unterbezahlt, damit einige wenige um so fettere Gewinne erzielen.

Karitative, also gemeinnützige Einrichtungen, dachte ich, dürften keine Gewinne erzielen. Aber so ist es nur auf dem Papier. Sie rechnen sich das so hin, daß nichts übrigbleibt. Sie bauen an ihre Einrichtung wieder etwas Neues dran, stocken sie auf sozusagen, sie erfinden wieder eine neue Therapie, sie erhöhen sich die Gehälter. Viele der Bosse fahren prächtige Schlitten und wohnen in schicken Häusern mit Park und Swimmingpool.

Das alles läuft unter karitativ. Oben prassen, unten geizen. Wie überall im business. Wird das überprüft, von amtswegen überprüft? Kaum. Eine Organisation, die das Siegel Gemeinnützig hat, kann meist schalten und walten wie ihr beliebt.

Die dort Angestellten, die einen lukrativen Job besitzen, wollen ihn gern behalten. So ist die Führung in einer Anstalt für geistig Behinderte oder Schwererziehbare nicht daran interessiert, daß ihre Schüler in normale Klassen integriert werden. Im Gegenteil, sie ist daran interessiert, noch einige dazuzubekommen.

Das führt nicht zu einem, das ist bereits ein Wohlfahrtsstaat, der vor lauter Wohlfahrt nicht mehr weiß, was rechtens ist oder eben nur Geschäft.

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