Die tönernen Füße der Mächtigen

Erinnern wir uns: Das Römische Reich brauchte Jahrhunderte bis zu seinem endgültigen Untergang. Schauen wir hin: Das Reich (übersetzt ins Heutige: die übermächtige Einflußsphäre) US-Amerikas schwindet im Zeitraffer dahin, in wenigen Jahren.

Wie aber läßt sich dieser Schwund werbeträchtig vermarkten? Wie kann man sich drumherumlügen? Man sagt nicht: Wir können nicht mehr, uns ist die Puste ausgegangen, wir haben über unsre Verhältnisse Kriege geführt, wir haben sinnlos Millionen Menschen darin umkommen lassen, wir finden keine mehr, die sich so einfach wie in der Vergangenheit für imperiale Kriege verheizen lassen.

Man sagt: Wir sind zur Einsicht gekommen. Wir haben uns gewandelt.

Hochrangige amerikanische Generäle, hochrangige Beamte aus amerikanischen Denkfabriken (die in Wirklichkeit Instrumente der CIA sind) sitzen in deutschen Quasselrunden, sie beteuern ihre Friedfertigkeit. Nie hatten sie etwas anderes vor, als Frieden zu stiften. Wenn sie Nationen überfielen, dann ging es nicht anders, dann kämpften sie gegen das Böse (die vielbesungene Achse des Bösen), um des Guten willen, um des Friedens willen.

Die tönernen Füße

Radierung Die Stunde ist gekommen: Francisco de Goya

Man sagt: Die Russen, die Russen, die sind die Bösen. Schaut in die Ukraine, schaut nach Syrien. Die halten sich nicht an die Regeln.

Es stimmt: Sie halten sich nicht mehr an die Regeln, wonach US-Amerika bestimmt, wo es langgeht in der Welt. Sie wollen mitmischen. Sie sagen: Wenn wir dank Assad einen sicheren Stützpunkt für unsre Mittelmeerflotte haben, was bleibt uns übrig, ihn zu schützen. Wenn wir uns die russischsprachigen Gebiete der Ukraine einverleiben (man könnte sogar sagen: zurückholen), dann etwa so wie Ihr Euch einst Neu-Mexiko unter den Nagel gerissen habt, mit der Einschränkung: Ihr habt es nicht zurückgeholt, nur mit dem Recht des Stärkeren genommen.

US-amerikanischer Geschichtsunterricht ist sehr schwach auf der Brust, in einem Land, wo viele an das Wunder glauben, die Welt sei in 6 Tagen erschaffen worden. Sogar ein Präsident dieses auserwählten Volks glaubte das fest. Dieses Märchen wird noch heutigentags in den Schulen vieler US-Staaten gelehrt.

Da bleibt einem nur zu sagen: Gute Nacht Amerika!

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