Die Selbstgefräßigkeit des Kapitals

Ein von den wenigsten beachtetes inwendiges Gesetz des Kapitals ist die Selbstvernichtung seiner selbst, in dieser Abfolge: die Auszehrung des Kapitalismus mit nachfolgendem Siechtum der Kapitalisten.

Und was ist mit den Genügsamen, den Armen, den Sparsamen, denjenigen, die den Reichtum der natürlichen Welt nicht verschwenden? Haben die nicht die Chance mitzukrepieren, fragt meine Frau, wenn ich solchen Gedanken nachhänge.

Natürlich gehen sie mitdrauf, sage ich kleinlaut, aber wenn es Katholiken sind, kommen sie nicht in die Hölle, das ist doch schon mal was, höchstens, wenn sie nur gedankenlos mitgetrabt sind, ins Fegefeuer.

Die Selbstgefräßigkeit des Kapitals

© Rolf Hannes

Und was ist mit den Muslimen, den Evangelischen, den Juden? Das muß ich noch ausklamüseln, antworte ich. Bei den gläubigen Muslimen gibt es schon eine sehr vernünftige Einrichtung: Sie gründen Banken ganz ohne Zinseszins und derlei. Die kommen gleich in die Gärten Allahs wo Milch und Honig fließt.

Was allerdings mit unsrer evangelischen Kanzlerin geschieht, ist noch nicht heraußen. Sie war nicht auf dem Uno-Forum, wo sich 130 Regierungshäupter über die Klima-Erwärmung ausgetauscht haben. Warum sie dort nicht war, ist die Frage. Sie weiß (sie ist ja eine Wissenschaftlerin, heißt es), daß bei solchen Treffen das Wesentliche, nämlich der Fetisch des immerwährenden Wachstums, nicht angesprochen wird. Neulich hat sie noch vor Wirtschaftsexperten vom Wachstum, vom Wirtschaftswachstum geschwärmt, also von der Gefräßigkeit des Kapitalismus.

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