Die Schleichkatze Folge 3

Bekommt Drosten wacklige Knie?

Dann pure Verzweiflung: Wenn nämlich der Herr Doktor nicht mehr weiterweiß, erhöht er die Dosis: „Ich bin überzeugt davon, dass wir nur einen geringen Nutzen von vollständig geimpften Erwachsenen haben, die sich nicht boostern lassen.“ Mit dem Weggang seiner persönlichen Schutzgöttin Angela und dem Fortgang der Pandemie werden bei Christian Drosten die Knie wackelig. Und dann knickt er schon ganz weg aus seiner Verantwortung: „Ich fordere hier wohlgemerkt gar nichts, und ich will auch nicht suggerieren, dass Boostern allein das Problem lösen könnte. Die Zeit ist dafür wahrscheinlich ohnehin zu knapp.“

Weil Di Lorenzo im „Zeit“-Interview aber einfach weiter fragt, beginnt bei Drosten der Kreisverkehr, er kommt einfach dort wieder an, wo er vorher noch abgebogen, weil anderer Auffassung: „Mangels Alternativen wird man wegen der Ungeimpften wieder in kontakteinschränkende Maßnahmen gehen müssen.“ Also doch eine Pandemie der Ungeimpften, so, wie es die Sprecher der Regierung auf der Bundespressekonferenz immer wieder behaupten und schon einen Scheiterhaufen im Hof des Hauses errichten wollten für jenen Journalisten, der beim Begriff „Pandemie der Ungeimpften“ nur die Augenbraue hochzog? Drosten hält es für sicher, „dass man kontakteinschränkende Maßnahmen braucht.“ Und dann Sätze, wie aus der x-ten Wiederholung der Rappelkiste: „Ein negativer Test bei einem Ungeimpften schützt diesen nicht vor Ansteckung.“ Ach was.

„Wir können es auf keinen Fall wegimpfen“, so Drosten im Interview mit der „Zeit“ über COVID-19 und seine Variante(n). Der Begriff der „Nachdurchseuchungsphase“ wird von Drosten aus dem Hut gezaubert. „Bei uns würde eine unkontrollierte Nachdurchseuchung mindestens noch einmal 100.000 Tote bedeuten, wenn wir nicht die Impflücken vorher schließen.“ „Zeit“: „Sie glauben, dass sich irgendwann jeder ansteckt?“ Drosten: „Ich halte das für unausweichlich.“ Und weiter: Drosten: „Das heißt, auf dem Fundament einer Impfimmunität, die uns vor der Intensivstation schützt, kriegen wir irgendwann unsere erste Halsentzündung mit dem neuen Coronavirus.“

Der lange Weg der Schleichkatze ins Kanzleramt und zurück

Die „Zeit“ will abschließend von Christian Drosten noch wissen, wie es mit neuen Pandemien aussieht. Der malt schon neue, ganz frische Aufgabenfelder an den Horizont: „In China stehen Schleichkatzen und Marderhunde mit Sars in Verbindung, Letzteres ein Nutztier in der Pelzindustrie. Im arabischen Mittleren Osten geht es ums Kamel. Allein in der Hadsch-Saison werden jedes Jahr 40.000 Kamele geschlachtet.“ Bernhard Grzimek, der Fernseh-Tiermoderator der 1960er und 1970er Jahre wäre hier ganz sicher vor Freude aus dem Sessel seiner biederen Studio-Deko gehüpft, angesichts der possierlichen Tierchen-Aufzählung von Merkels Staatsvirologen.

Und deshalb wollen wir hier auch ganz versöhnlich mit einem wundervollen Satz  des großartigen Bernhard Grzimek enden. Ein Satz, der Grzimek mit Christian Drosten auf so wundersame Weise über die Jahrzehnte hinweg zusammenführt: Liebe Zuschauer zu Hause an den Geräten, heute habe ich Ihnen einen kleinen Afrikaner mitgebracht. Er heißt Christian und ist eine Schleichkatze.

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