Die großen und die kleinen Schurkereien

Die kleinen und die großen Schurkereien

© Rolf Hannes

Die meisten Enthüllungen auf dem politischen Parkett beginnen mit Leugnen. Bei Barschel, bei Rumsfeld, bei Strauss-Kahn, bei Sarkozy, bei Berlusconi. Und natürlich stehen ihnen die Wirtschaftsbosse in nichts nach. Ersparen wir uns eine Aufzählung. Jeder dritte (mindestens) von ihnen hat Dreck am Stecken, auch wenn es noch nicht ruchbar wurde.

Zum Teil haben wir es mitgekriegt, aber solange es im Ungefähren bleibt, wenn es nicht jemand aufgreift in der Presse, wenn sich nicht jemand der Verfehlung annimmt, dessen Stimme Gewicht hat und Lautstärke, bleibt die Angelegenheit im Verborgenen. Es kommt darauf an, wie viel Macht jemand hat, wie viel Geld, um sich Gewogenheit zu kaufen, Anwälte, Lobbyisten, Zeitungsschreiber.

Hier im Westen sind wir stolz auf unsere Demokratien, selbstgefällig und gern zeigen wir in den Osten, nach Rußland, nach China. Dann sind wir beiderhand, die Sachen auszubreiten, aufzuspießen. Dann haben wir den Daily Mirror oder die Bildzeitung. Dabei gehören diese beiden Blätter zu den größten Schmutzblättern unsres Kontinents.

Wenn der Wind für einen Schurken günstig steht, so wie für Berlusconi jahrelang, darf er sich auf den Bühnen der Welt bewegen, dann ist er kein Mafioso, dann ist er ein Staatsmann, dann darf er Küßchen verteilen und dumme Sprüche. Er darf sich ungefährdet bereichern, er hat genug ihn schützendes Fußvolk, das sich in seinem Umfeld mitbereichert.

Es braucht Krisen manchmal, damit der Lack Risse kriegt. Der Lack der Bankimperien, in deren Schatten sich die meisten Schurkereien ereignen, bekommt allmählich Risse.

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