Das Inferno in Gaza

Das Inferno in Gaza

© Rolf Hannes

Es bleibt die Schande der Uno, es bleibt die Schande Europas, es bleibt die Schande der USA, es bleibt die Schande Deutschlands, es bleibt die Schande der Weltöffentlichkeit, das zuzulassen, was sich Israel im Gazastreifen erlaubt, erdreistet.

Es gab einmal eine Zeit, es war während des Sechstagekriegs, da wäre ich bereit gewesen, mich für Israel zu schlagen. Damals in München hatte ich viele Juden in meinem Bekannten- und Freundeskreis, verkehrte in einem jüdischen Café, und die Stammgäste dort sagten manchmal zu mir: Biste e Jid? Nein, antwortete ich: Bin kei Jid, nur e Goi.

Und heute? Heute seh ich mit Wut und Entsetzen und göttlichem Zorn auf das kriegsverbrecherische Wüten der Israelis gegen die Palästinenser. Darf ich noch von Kriegsverbrechen sprechen? Muß es nicht vielmehr Völkervertreibung, Völkermord heißen?

Die Israelis führen die Raketen der Hamas an, um sich zu rechtfertigen. Dieses bißchen Kratzen an der Politur Israels, das aus schierer Verzweiflung und schierem Unverstand geschieht, sollte diese Metzeleien und Zerstörungen in Gaza rechtfertigen: ein ganzes Volk zu demütigen, zu massakrieren, auszuhungern, zu vertreiben? Wenn ich es in ein Bild bringen darf: Es ist hilflose kopflose Kinderei gegen abgefeimte Kriegskunst.

Unsre westlichen Politiker baden sich in Putinschelte. Sie finden die Annektion der Krim ganz ganz furchtbar und gegen alles Völkerrecht. Ich hab sie im Verdacht, diesen Wirbel um Rußland brauchen sie, um von Wesentlicherem abzulenken. Und die Israelis sind froh, sich aus der Verantwortung stehlen zu können.

Damit niemand falsche Gedanken hegt: Meine Eltern waren keine Nazis, wie so viele, die nach dem Krieg wieder das Sagen hatten, und deren Enkel und Urenkel gut leben können mit dem Nimbus, Israel-Freunde zu sein. Meinen Vater haben die Nazis fast umgebracht, meine Mutter kam mit dem Schrecken davon. Ich fühle mich frei, meine Meinung sagen zu dürfen, zu müssen.

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