Dai Mensk, dai nix dött

Bat hället Mensken doo aabe van, kurant te hilpen, bann annere leyet?

Inner Strootenbaan weert en Mäken van jungen Keerls drangsalaiert. Dai Lüe kucket wiäg. Kenner greypet in. Kenner hiät doo diän Maut tau. Nit mool de Polizei raupet enner mië’m Handy oder birret dai annern ümme siek rümme, mettnain te hilpen. Hätt siek dai Mensken en dick Fell tauelacht, ümme Laid un Naut van annern nit miëtekreygen? Öit Angest, sölbers in de Bredullje te kuumen? Borümme doo siek mië öitnainsetten, sehet se siek. Verlichte küümet me joo doobey in Duibels Küüke. Bai nit ingreypet, maiket auk nix falsk, denket se siek.


Bild: Marianne Mairhofer

Dai spaniske Dichter Pedro Calderon (1600 bit 1681) vertellt, bat mië düsen Lüen passaiert.

De Hölle wuur rappelvull. Vüörm Ingang wachtere all ne lange Reyge. Doo kaam dai Duibel röit. „Iek häbbe ments nau Plass füär ainen Sünger. Sind hey verlichte nau en paar Dautschläägers?“, froogere dai Höllebock un kuckere siek ümme. Sauforts schuaten ennige Aarme in de Höchte. Dai Duibel schürrelere mië’m Koppe. Hai froogere ainen noo’m annern, bat hai Baises edooen harr. Nix wuur iäme kuim genaug, ümme ennen in seyne Hölle miëteniämen. Am Enge soo hai ennen, diän hai nau nit efrooget harr. „Bat hätt Chey edooen?“ „Nix“, aantwoortere dai Keerl. „Iek sin ne guten Mensken un denke, de Lüe stott hey füär Tobak aan.“ „Öber Chey mottet duach bat edooen häbben“, sachte dai Duibel. „Alle Mensken stellet bat in iärem Liäben aan.“ „Dat stimmet“, sau dai Keerl, „öber iek häbbe miek öit allem röitehallen.

Wual häbbe iek esooen, böi Mensken annere Mensken quiäleren un up iäne rümmetrampeleren. Blauß nit ingreypen, häbbe iek mey esacht. Bai wait, bat doo nau Kuimet füär diek hingerhiärküümet. Iek sin duach nit unweys.“ „Un Chey hätt allet Laid ümme Uuch rümme miëaanesooen, oone bat de dauen?“,froogere dai Duibel naumool, weyl hai dat nit gloiben konn. „Nai, borümme sollte iek?“

„Kuum rain, meyn Suun. Dai Höllenplass is akkrot pässig füär diek“, mente doo dai Duibel. As siek dai „guute Mensk“ döör de Höllenpoorte twängere, druchte siek dai Duibel taur Seyte, ümme ne nit te beroihern.


Hier wieder einmal eine Geschichte in Briloner Dialekt. In alter Tradition veröffentlichen wir sie erstmal nur im Original. Einige Tage später wird die hochdeutsche Übersetzung im
Kommentar-Kästchen folgen. Denn würden wir sie gleich mitliefern, unterzögen sich viele nicht der Mühe, das Original zu lesen. Das braucht ein wenig Anstrengung, wir geben es zu, aber die Mühe wird entlohnt, indem im Hirn einiges in Schwung gerät.

Ein Tip: Sich den Text laut vorlesen, das kann Hirn und Gemüt richtig auf Trab bringen.

Siehe auch den Beitrag von Peter Dohle vom 16. Jan. 2016 http://www.futura99phoenix.de/uprecht-gooen/

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1 Antwort zu Dai Mensk, dai nix dött

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