Beckets erste Liebe

Das war der Augenblick, wo aller Lärm in sich zusammensank. So konnte er sich wieder beim Denken zusehen. Von dem Tumult um ihn herum war nichts geblieben als dieser leichte, kreisende Wind, der kühl sein Gesicht streifte. Er reckte sich, streckte den Kopf vor. Er hatte diese Stimme gehört und das genügte ihm.

Auf einmal hatte sie dagestanden, sehr aufrecht hinter ihrem Blick. Noch immer hielt er die Lider geschlossen. Leise Entgiftung unter seiner Haut. Froh dachte er zu seinen Füßen herunter: Endlich ein Weg. Aber er wollte nicht zuerst zu ihr selber gehen. Erst sollte die ganze Welt wissen, wie sehr sie ihm in seiner Luft stand.

Andreas H. Drescher - doppelportrait1

Grafik: Andreas H. Drescher

Vor dem ersten Schritt aber diese Angst. Die Angst, sie nicht mehr wiederzufinden, wenn er erst einmal gegangen war. Aber es war zu früh, auf sie zuzugehen. Er würde sie vertreiben. Er erstarrte. Das Bewusstsein seiner Tatenlosigkeit schlug schmerzhaft in ihn zurück. Von woher? Von dort, wo er jetzt hätte sein wollen.

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