Analphabeten

Aufgepaßt 50 Analphabeten

© Rolf Hannes

Wenn ich die belebteste Fußgängerzone Freiburgs, die Kaiser Josef –Straße, hin und zurück bummle, einmal auf der rechten, dann auf der linken Seite, begegne ich etwa 10 Analphabeten. Was ist das für ein Wesen, ein Analphabet? Es ist jemand, der weder lesen noch schreiben kann. Es heißt, viele könnten nicht mal ein Straßenschild lesen.

Ein Teil dieser weder schreib- noch lesekundigen Menschen gehören wohl den Immigranten an. Es sind die Kinder und deren Kinder von Eingewanderten, es sind aber auch die Kinder und deren Kinder seit Generationen in Deutschland Lebender. Für beide Gruppen gilt die Schulpflicht.

Was läuft da schief? Sind unsre Schulen so schlecht? Selbst schlechter Unterricht kann nicht so schlecht sein, daß ein Kind nicht lesen und schreiben lernt. Sind viele Eltern so pflichtvergessen, ihre Kinder nicht in die Schule zu schicken? Sind die Behörden so pflichtvergessen, darüber nicht zu wachen?

Ich möchte es gerne wissen, wie ein Mann, eine Frau in Deutschland herumläuft und arbeitet, ohne ein Formular, einen Fahrplan, eine Notiz, ein Straßenschild lesen zu können. Sie müssen ein ungeheures Geschick aufwenden, um sich tagtäglich durchzumogeln. Sie müssen sich durchkämpfen, würde ich meinen, es muß eine ungeheure Anstrengung kosten. Und viel Intelligenz und Fantasie. Sie dürfen um keine Ausrede verlegen sein.

Und das alles nehmen sie inkauf für so ein bißchen Lesen und Schreiben lernen, das ein 5jähriges, ganz gewiß ein 6jähriges Kind in einem Jahr bewältigt? Ich kann es nicht glauben, mir ist es ein Rätsel. Ja, ja, richtig mit Lust und Hingabe Lesen und Schreiben zu lernen, dazu braucht es einige Jahre, zugegeben. Aber darum geht es ja offensichtlich nicht. Es geht darum, die einfachsten Sätze, die einfachsten Anweisungen am Arbeitsplatz lesen zu können. Und das können unsre Lehrer vielen Kindern nicht beibringen?

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