Analphabeten

Skizze: Rolf Hannes

600000 (Sechshunderttausend) Analphabeten gibt es in Deutschland. In der Stadt Essen gibt es allein 30000 (Dreißigtausend). Das erfuhr ich am 12. Nov. 2019 beim Kölner Treff in der ARD.

Wenn ich die belebteste Fußgängerzone Freiburgs, die Kaiser Josef –Straße, hin und zurück bummle, einmal auf der rechten, dann auf der linken Seite, begegne ich etwa 10 Analphabeten (statistisch). Was ist das für ein Wesen, ein Analphabet? Es ist jemand, der weder lesen noch schreiben kann. Es heißt, viele könnten nicht mal ein Straßenschild lesen.

Ein Teil dieser weder schreib- noch lesekundigen Menschen gehören wohl den Migranten an. Es sind die Kinder und deren Kinder von Flüchtlingen, richtigen und falschen, es sind aber auch die Kinder und deren Kinder seit Generationen in Deutschland Lebender, also Einheimischen. Für beide Gruppen gilt die Schulpflicht.

Was läuft da schief? Sind unsre Schulen so schlecht? Selbst schlechter Unterricht kann nicht so schlecht sein, daß ein Kind nicht lesen und schreiben lernt. Sind viele Eltern so pflichtvergessen, ihre Kinder nicht in die Schule zu schicken? Sind die Behörden so pflichtvergessen, darüber nicht zu wachen?

Ich möchte es gerne wissen, wie ein Mann, eine Frau in Deutschland herumläuft und arbeitet (oder auch nicht), ohne ein Formular, einen Fahrplan, eine Notiz, ein Straßenschild lesen zu können. Sie müssen ein ungeheures Geschick aufwenden, um sich tagtäglich durchzumogeln. Sie müssen sich durchkämpfen, würde ich meinen, es muß eine ungeheure Anstrengung kosten. Und viel Intelligenz und Fantasie. Sie dürfen um keine Ausrede verlegen sein.

Und das alles nehmen sie inkauf für so ein bißchen Lesen und Schreiben lernen, das ein 5jähriges, ganz gewiß ein 6jähriges Kind in einem Jahr bewältigt? Ich kann es nicht glauben, mir ist es ein Rätsel. Ja, ja, richtig mit Lust und Hingabe Lesen und Schreiben zu lernen, dazu braucht es einige Jahre, zugegeben. Aber darum geht es ja offensichtlich nicht. Es geht darum, die einfachsten Sätze, die einfachsten Anweisungen am Arbeitsplatz (oder im Umgang mit der Umwelt überhaupt) lesen zu können. Und das können einige unsrer Lehrer vielen Kindern nicht beibringen?

Unsere Grundschulen werden bewußt vernachlässigt, muß ich annehmen, sie werden mit Bedacht auf den Hund gebracht. Hessen hat die Noten abgeschafft, Brandenburg will folgen. Offenbar ist das die Politik von Merkel & Co, der SPD, den Grünen. Wir sollten sie einzeln abwatschen. Bildung ist die wichtigste Ressource, die Deutschland hat. Unsre Zukunft hängt an der Bildung der Kinder. Ihre staatliche Vernachlässigung sollte mit Schimpf und Schande bedacht, zur Not für die Verantwortlichen mit Knast bestraft werden.

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1 Antwort zu Analphabeten

  1. Tschulligung, wenn ich schon wieder kommentiere. Im Jahr 1820 beherrschten 13 Prozent der WEltbevölkerung das Alphabet, heute beherrschen 12 Prozent es nicht. Immerhin ist Deutschland deutlich vor dem Niger, wo immer noch 89 Prozent der Menschen weder lesen noch schreiben können.
    Aber was sind schon Zahlen! Was viel mehr erschreckt ist, dass viele Lese- und Schreibebemächtigte acht Stunden am Tag nur fernsehen und ihre Potenz nicht nutzen. Das nennt man dann sekundären Analphabetismus. Sie könnten Texte zwar lesen, aber sie tun es einfach nicht, und dann irgendwann verstehen Sie nicht mehr, was drin steht. Ein Glück für alle, die mit Kleingedrucktem ihre Geschäfte machen. Diese Regierung (egal welche Partei grade existiert) wäre schnell geschäftsunfähig, wenn die Leute das alles lesen würden, was Regierungen so drucken lassen.

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