Gegenwart – später

Zeichnung: Rolf Hannes

Um gleich um den Gedanken herumzukommen, mit deinem verzerrt eingeschmuggelten Lächeln im Hinterkopf, wie du weißt, um also nicht unnötig nach Worten zu ringen, blüh ich mich selbst auf, indem ich Platon als meinen Kumpel entlarve[1]. Er bat mich, es nicht zu thun. Nun aber scheint mir die Zeit reif, ihn zu verraten.

Aus der Umklammerung seh ich mehr und mehr auf: wie aus der Höhle gekrochen, du kennst den Dreck unter den Fingernägeln beim Grübeln: beim schwer Aufwachen aus einer verdammten Nacht, wie in einen haargenauen Befreiungsakt.

Eigentlich bin ich nur der Verlogenschaft entkommen, wollte ich sagen. Zum Himmel schauend fliegen mir Gedanken wie Vogelschiss zu, wie Weltverhältnisse, die in neues Licht, also Abgründe getaucht werden müssten. Die kleine Schar meiner Konjunktive nimmt immer wieder Stellung. Ich vermag im Augenblick keine Ortsbeschreibung, ebenso wenig ein Zeitaufhellen als mir zugehörendes Szenario … will aber schon mal wieder … in den feinen Entbindungskanal eindringen, dich als Schattenmorelle beschimpfen – und du winkst bloss ab und lässt mich kalt stehen.


[1] als sei man von vornerein ausgesetzt gewesen …

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