Corona-Maßnahmen erneut verlängert

Foto: Rolf Hannes

Die bestehenden Maßnahmen wurden in der Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am 5. Januar bis zum Monatsende verlängert. Inzwischen ist eine Verlängerung bis Ostern im Gespräch. Die Kontaktbeschränkungen wurden deutlich verschärft. Nun sind Treffen jenseits des eigenen Haushalts nur noch mit einer weiteren Person erlaubt. Firmenkantinen dürfen Speisen und Getränke nur noch zum Mitnehmen anbieten. Bis Mitte Februar sollen sich alle Bewohner stationärer Pflegeeinrichtungen impfen lassen können. Bis 1. Februar sollen etwa vier Millionen Impfdosen ausgeliefert worden sein. Die Schulen bleiben geschlossen, es wird eine Notfallbetreuung sichergestellt. Online-Unterricht wird, wo möglich, angeboten. Dienstleistungsbetriebe wie Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe sind zu. Eine erneute Verlängerung mit eventueller Verschärfung scheint zum Redaktionsschluss ausgemachte Sache zu sein.

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Corona-Mutation taucht auf

Foto: Rolf Hannes

Ende Dezember 2020 wurde eine Mutation des Corona-Virus bekannt. Zeitlich fiel sie mit der rasch wachsenden Erkenntnis zusammen, dass die nach Weihnachten angelaufene (27.Dezember) Impf-Kampagne in einem großen Debakel enden dürfte, denn selbst unter Krankenpflegern und anderem medizinischen Personal, aber auch auffällig oft unter Politikern, ist die Impfbereitschaft sehr gering. Das veranlasste Markus Söder in der Pressekonferenz nach Beschluss der aktuellen Corona-Maßnahmen zu der Äußerung, uns stünden da noch „spannende Debatten“ bevor. Die Infektionsgefahr bzw. Ausbreitung soll mit der mutmaßlich aus Großbritannien stammenden Mutation 70% höher sein, das Virus angeblich aber nicht gefährlicher. Fazit: Wenig Fakten, viel Wind, geschürte Panik, verdächtiges Timing.

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Bürger haben an Silvester mit den Füßen abgestimmt

Handkolorierte Lithografie: Rolf Hannes

Wie war das wirklich in der Nacht auf den 1. Januar in Berlin? Befolgten die Menschen die Ausgangsverbote, oder hielten sie sich nur teilweise daran? Der Journalist und Blogger Boris Reitschuster war in der Nacht fünf Stunden lang in Berlin unterwegs. Während große Zeitungen einen „ruhigen“ oder „weitgehend ruhigen“ Jahreswechsel beschrieben, erlebte er etwas ganz anderes: Viele Menschen haben sich nicht an die Anordnung, die eigene Wohnung nicht zu verlassen, gehalten. Reitschuster bilanzierte seine eigenen Beobachtungen am 1. Januar so: Sie haben mit den Füßen abgestimmt über die Corona-Politik, könnte man salopp sagen. Das hat schon Züge von zivilem Ungehorsam, wenn Menschen in großer Zahl demonstrativ gegen staatliche Verordnungen verstoßen. Es herrschte durchaus reges Treiben auf den Straßen, Menschen feierten, teilweise in kleinen, teilweise auch in größeren Gruppen. Von Familien mit Kindern bis hin zu dem, was man neudeutsch „Partyszene“ nennt. Die journalistisch korrekten Überschriften hätten deshalb lauten müssen: „Viele Berliner ignorieren Ausgangsverbot – Party auf der Straße“.

Anzunehmen, Boris Reitschuster meint mit Partyszene genau die Leutchen, die man in Berlin seit einiger Zeit darunter versteht, nämlich Antifa-Genossen und ihnen nahestehende Migranten. Dieser Partyklüngel wird von jeher in Berlin in Ruhe gelassen, wenn nicht sogar geschützt vom Senat. Wenn meine Vermutung zutrifft, konnte die Polizei nicht anders, sie mußte alle Feiernden in dieser Nacht in Ruhe lassen. Das zeigt uns: normale Bürger dürfen während der Corona-Schikanen nur auf die Straße, wenn es der Senat notgedrungen zulassen muß.

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lange nach den hexenprozessen


Zeichnung: Rolf Hannes

nicht ich
nicht ich

leise von jeder kachel
ein atom
hoffnung

täglich dieselben muster
fugen fliesen
fugen sie manchmal neu
auf klebrigrot
das reinigen sie
mit stahl
dieses gedankenbluten
wenn der glaube zerreißt

mit müden fingern
will ich mich halten
halten
im händefalten haftet ein rest
soll ihn abwaschen
in meinen becher
schütten sie desinfektion

schwarzes seelengesicht
sagen sie
du bleibst uns
maulgefesselt

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Impfverweigerer sollen sterben

Impfverweigerer sollen sterben – Das ist keine Ethik, sondern Wahnsinn!

Ganz Deutschland debattiert über die Äußerungen eines Ethikrat-Mitgliedes, welches nichts Geringeres fordert, als ungeimpften Menschen die Beatmung im Falle einer Erkrankung einfach zu verweigern. Ungeimpfte Menschen sollten ein Schriftstück mit sich tragen, dass sie auf die Impfung verzichten und somit auch auf eine möglicherweise notwendig werdende Beatmung. Was wie eine groteske Satire klingt, ist leider bittere Realität in Deutschland und zeigt sehr deutlich auf, wo wir in diesem Land mittlerweile stehen.

Die Spaltung der Gesellschaft kannte in den letzten Jahren viele Etappen: Migrationsbefürworter und Migrationsgegner, Greta-Fans und Greta-Gegner, Freunde der Marktwirtschaft und Freunde des Sozialismus. Nun steht die nächste große Spaltung kurz bevor und diese könnte intensiver und gefährlicher werden als alle vorangegangenen: Die Spaltung zwischen Geimpften und Ungeimpften.

Vom ersten Tag an aufgeladen

Man könnte meinen, eine solch individuelle Entscheidung bezüglich des eigenen Körpers sei alles, aber kein Politikum. Jedoch wurde diese Entscheidung vom ersten Tag der Impfdebatte politisch aufgeladen bis zum Gehtnichtmehr. Markus Söder machte sich sogar schon für einen Impfzwang stark, allerdings ist die offizielle Position der Bundesregierung aktuell noch, es werde keinen Zwang geben. Was aber natürlich nicht ausgeschlossen werden könne, sei ein „indirekter Zwang“, also, dass diverse Unternehmen Ungeimpften keinen Zutritt mehr verschaffen.

Das könnte bedeuten, dass Ungeimpfte keinen Restaurantbesuch, kein Kino, kein Theater, keine Konzerte und auch keine Urlaube mehr genießen werden können. Faktisch wäre das ein kompletter Ausschluss vom gesellschaftlichen Leben, eine Teilhabe wäre nicht mehr möglich. Ob das verfassungsrechtlich in Ordnung ist, darf zumindest stark bezweifelt werden. Allerdings ist diese Situation wohl ziemlich komplex, denn viele Impfbefürworter sind diesmal klar dafür, alle Ungeimpften aus der Gesellschaft auszuschließen, bis sie sich impfen lassen. Dieser Druck hat vor allem damit zu tun, dass man eine Impfquote von
55% – 65% braucht, damit der Prozess der Impfung als wirksam angesehen werden kann und die Bevölkerung geschützt ist.

Brisant ist, laut den aktuellsten von der Tagesschau veröffentlichten Umfragen wollen sich nur 46% impfen lassen. Im Klartext bedeutet dies, die Impfskeptiker sind sogar in der Mehrheit. Hier muss natürlich differenziert werden, denn die meisten sind keine generellen Impfgegner, sondern lediglich Menschen, die durch die rasende Entwicklung des Impfstoffes skeptisch sind und daher erst einmal abwarten wollen, wie er langfristig wirken wird. Es gibt tatsächlich keine Langzeitstudien, welche Nebenwirkungen zu erwarten sind, was eben genau jener rasend schnellen Entwicklung des Impfstoffes zu schulden ist. Zudem übernehmen die Konzerne für diesen im Eilverfahren entwickelten Impfstoff keine Haftung, sondern der deutsche Staat wird haften. Und das sind wir.

„Kritisches Abwarten“ ist momentan die beliebteste Position

Das sind natürlich alles Aspekte, die auch einen generellen Impfbefürworter in diesem Fall aufhorchen lassen. „Kritisches Abwarten“ ist aktuell die beliebteste Position. Plakativ gesprochen sind die Menschen, die sich zuerst impfen lassen, „Versuchskaninchen“. Das ist ethisch sehr fragwürdig, aber offensichtlich sind die Bedenken dieser Menschen so gering, dass sie freiwillig vorausgehen. Die offiziellen Statements von den zuständigen Wissenschaftlern betonen natürlich fast alle die Harmlosigkeit der Impfung. Dass Entwickler eines Impfstoffs diesen natürlich aber auch immer positiv beschreiben werden, liegt auf der Hand.

Am Ende ist die einzig ethisch vertretbare Lösung, dass das Impfen freiwillig bleibt. Auch einen Zwang durch die Hintertür darf es nicht geben, da dieser in die individuelle Freiheit des Menschen gravierend eingreifen würde. Wenn der Impfstoff sich als vollkommen unbedenklich erweist, werden sich viele Menschen auch ohne jeden Zwang impfen lassen.

Hoffen, dass sich die Lage nicht noch weiter zuspitzen wird

Absolut indiskutabel sind Vorschläge wie die des Ethikrates, Impfgegner sterben zu lassen. Stärker kann man eine Gesellschaft nicht ängstigen und spalten. Virologe Christian Drosten stützt den Ethikrat in dieser Aussage, das zeigt sehr deutlich, der ideologische Krieg gegen die freie Entscheidung läuft schon. Wir alle können nur hoffen, die Lage werde sich nicht noch weiter zuspitzen. Selbst dem größten Impfbefürworter müsste eigentlich klar sein, mit der Nichtbehandlung und dem Erstickenlassen zu drohen, ist nicht nur unethisch, sondern barbarisch und grausam.

Solche Ideen müssen von der Gesellschaft auf breiter Front zurückgewiesen werden, sonst droht uns eine noch größere Spaltung, als wir sie uns vorstellen können.

  Niklas Lotz, geboren 1999, ist ein Jungunternehmer, Autor und Betreiber des reichweitenstarken Blogs Neverforgetniki. Er vertritt als konservativ-liberal eingestellter junger Mensch Gegenpositionen zum gesellschaftlichen Mainstream. Thematisch setzt er sich vor allem mit deutschen Medien, Migration, der Klima-Bewegung und dem Thema Meinungsfreiheit auseinander.

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Kleiner Nachtrag zu Laurence Sterne

Sein Tristram Shandy ist nicht nur ein verrückt auf- und anregendes Buch mit den Geschichten von Tristram, seinem spinnerten Vater Walter, dessen Bruder Onkel Toby (der bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit ein textloses Lied vor sich hinträllert, nämlich seinen berühmten Lillabullero) und seiner Angebetenen, der Witwe Wadman, vom Arzt Dr. Slop, der half, Tristram auf die Welt zu bringen, und dessen Mutter, die in stiller Verzweiflung meistens nichts sagt. Sondern, wollt ich sagen, ein Buch übers Büchermachen – allerdings einer speziellen Art von Büchern.

Oft springen die Kapitel willkürlich hin und her, außerhalb der Reihenfolge, manche fehlen wie von Geisterhand geraubt.

Sterne klärt seine Leser, als der Deus ex Machina, auf: Es leidet keinen Zweifel, verehrtester Leser, – es fehlt hier ein ganzes Kapitel – und das Buch hat dadurch eine zehn Seiten große Lücke erhalten; – gleichwohl ist der Buchbinder weder ein Esel noch ein Spitzbube; – noch das Buch um ein Jota unvollkommener.

Manche Kapitel bestehen aus einem einzigen Satz oder einem halben Wort, das im folgenden Kapitel nur ergänzt wird.

Im 40. Kapitel schreibt Sterne:

Ich fange nun an recht hübsch in meine Arbeit hineinzukommen; und mit Hilfe von Pflanzenkost und etwas kühlenden Samentränklein werde ich, wie ich nicht zweifle, imstande sein, die Geschichte meines Onkels Toby und meine eigene in einer ziemlich geraden Linie fortzusetzen. Nun waren dies

die vier Linien, die ich in meinem 1., 2., 3. und 4. Bande einhielt. – Im 5. Bande hab ich mich sehr gut benommen, – die Linie, die ich in diesem beschreib, war genau folgende:

 

Und so geht es zur Ergötzung des Lesers (wenn er so gestrickt ist wie ich) weiter.

Im 12. Kapitel sind einige Seiten komplett geschwärzt, die sehn dann so aus:

Genug der Späße. Macht euch das Vergnügen, bevor es zu spät ist.

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Verlassener Sportplatz


Bild: Rolf Hannes

Das war eine andere Zeit,
in einem anderen Leben,
als von einer Glücksfee ausgelost,
bei unterklassigen Zitterpartien
einer immer da sein mußte,
der gegen das Fluchen von Abwehrrecken
sein Stottern vergaß,
eine Fahne aufhob,
mit ihr in Richtungen zeigte,
und eine krummgestreute Auslinie entlang
in seiner Schmächtigkeit
auf und abging,
bis seine Sonntagsschuhe
weißbestäubt waren
vom Kalk.

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Die neuen Corona-Impfstoffe

Wie die Öffentlichkeit eingeschüchtert und hinters Licht geführt wird

Kaum wurde im Oktober und November absehbar, dass in Kürze die ersten Corona-Impfstoffe zur Verfügung stehen würden, setzte im deutschen und internationalen Blätterwald ein mediales Trommelfeuer ein. Es soll Menschen, die den massiv propagierten Impfungen zögernd oder kritisch gegenüberstehen, einschüchtern und stigmatisieren. Zudem wurde binnen weniger Tage durch die ersten Meldungen im medialen Mainstream klar, wie die verbale Zusage von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Spahn, es werde keine Impfpflicht geben, umschifft werden soll: mittels eines Impfpasses oder eines vergleichbaren Dokuments, das nur jenen die alten Freiheiten zurückgeben wird, die eine Impfung nachweisen können. Die etablierten Medien versuchten und versuchen unterdessen mit einem enormen redaktionellen Aufwand, Zweifel an der „Sicherheit“ der kommenden Impfstoffe zu zerstreuen. In den meisten Fällen erfährt das Publikum jedoch erst in den hinteren Teilen der hierfür verfassten Berichte, oder irgendwo zwischen den Zeilen, dass gravierende Bedenken zu Zuverlässigkeit und Nebenwirkungen der Vakzine nicht nur berechtigt sind, sondern sich regelrecht aufdrängen.

Das mediale Trommelfeuer gegen Kritiker

Der Tagesspiegel beschrieb am 24. November hinter der Bezahlschranke „Das Netzwerk radikaler Impfgegner – und wie sie sich organisieren“. Bereits im Vorspann wurden die „radikalen“ Verdächtigen benannt: Zweifler, religiöse Fundamentalisten und ein Kennedy (Robert F. Kennedy Jr. war damit gemeint; die Redaktion) an der Spitze“. Damit wurde die mediale Kanonade aber nicht eröffnet, sie hatte zu diesem Zeitpunkt bereits flächendeckend eingesetzt. Im öffentlich-rechtlichen Zwangsrundfunk beschrieb am 22. November der RBB, wie protestierende Impfgegner durch Berlin „zogen“, dabei auf Töpfe schlugen und genervte „Anwohner protestierten“. Über den Demo-Pöbel wurde ein harsches Pauschal-Urteil gefällt: „Impfgegner sind meist nicht in der Lage, Risiken abzuwägen, das ist ihr Problem“. DIE WELT verriet ihren Lesern, „in welcher deutschen Region die meisten Impfgegner leben“. Die Hetzjagd auf Kritiker wurde quasi mit einer Landkarte versehen. Die Medical Tribune interviewte derweil den Psychologen Philipp Schmid. Er berät von Berufs wegen Ministerien und Behörden im Umgang mit Impfgegnern und offenbarte in diesem Gespräch Gemeinsamkeiten zwischen „Impfgegnern“ und „Pandemie-Leugnern“, sie hätten eine sehr ähnliche Rhetorik, darunter „typische Techniken des Wissenschaftsleugnens“. Das Magazin schickte in seiner Ausgabe vom 23.11. „Coronaskeptiker“ in die „Sprechstunde“, machte also Patienten und damit Kranke aus ihnen. Über dem Artikel wurde ein schrilles Bild platziert, das einen Ausschnitt aus einer Computer-Tastatur zeigt. Darauf stand „Fake News“ und „Facts“. Die mittelbayerische Zeitung beschrieb einen „Mediziner aus dem Landkreis Schwandorf“, der „verdächtige Atteste“ ausgestellt haben soll und gegen den die Staatsanwaltschaft ermittle. Ein potenzieller Krimineller, sollte das heißen. Die Berliner Zeitung forderte schon am 9. November, der Staat müsse „die Impfgegner übertönen“. Dass man in einer Demokratie mit Überzeugung arbeitet, anstatt Andersdenkende im Lärm der eigenen Überzeugtheit zu ertränken, davon war hier keine Rede. Der Standard im benachbarten Österreich sah sich für einen Bericht am 2. November die Online-Foren von Impfgegnern an und erkannte dort „Brutstätten“ des Antisemitismus.

Wie die Impfpflicht am Ende doch durchgesetzt wird

Im November hörten wir in parlamentarischen Debatten und Pressekonferenzen auch die Zusicherung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn, es werde keine Impfpflicht geben. Doch schon am 12. November deutete der Münchener Flughafen in einer Pressemeldung an, wohin die Reise geht. Dort hieß es: „Am Donnerstagvormittag ist in München der erste Lufthansa Flug, bei dem alle Passagiere zuvor negativ auf Covid-19 getestet wurden, nach Hamburg gestartet: LH2058, der München um 9.10 Uhr verließ, markiert den Beginn von Covid-19 Antigen-Schnelltests auf zwei täglichen Flügen zwischen den beiden Metropolen. Nach erfolgtem Test bekamen die Kunden innerhalb von kurzer Zeit ihr Testergebnis per Push-Nachricht und E-Mail. Alle Gäste des heutigen Flugs wurden negativ getestet und konnten ihren Weg nach Hamburg antreten. Auch auf dem zweiten täglichen Flug, LH2059 von Hamburg nach München, waren alle Testergebnisse negativ. In enger Zusammenarbeit mit dem Münchener und Hamburger Flughafen sowie mit den Biotech-Unternehmen Centogene und dem medizinischen Versorgungszentrum der Medicover Gruppe, MVZ Martinsried, bietet die Airline ihren Kunden die Möglichkeit, sich vor Abflug der beiden täglichen Flüge kostenlos auf Covid-19 testen zu lassen.“ Wenige Tage später lasen wir, dass die australische Airline Qantas die erste in der Branche ist, die Reisende nur noch mit einer Impf-Bescheinigung befördern will. Seitdem häufen sich in der internationalen Presse Hinweise, Beispiele und offene Ankündigungen, dass Regierungen, Behörden und die Dienstleister anderer Wirtschaftszweige wie die Qantas verfahren wollen. So plant das dänische Gesundheitsministerium einen Covid-Impfausweis.

Der britische Guardian berichtet, dass die IATA kurz davor sei, einen digitalen Impfausweis herauszugeben. Die BILD spekuliert über den „Normales-Leben-Pass für alle Geimpften“. Das Weltwirtschaftsforum propagiert eine App, die wie ein Gesundheitsausweis funktioniert. Kulturveranstalter und große Fußballvereine denken derweil darüber nach, ob sie die Fans künftig nur noch mit Impfpässen in die Stadien lassen. Und wer glaubt, dass dies alles nur aktuelle und ganz neue Pläne sind, der kann sich auf den Webseiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des Weltwirtschaftsforums und in medizinischen Fachzeitschriften wie dem LANCET versichern, dass es diese Gedankenspiele und Pläne schon viel länger gibt.

Risiken und Nebenwirkungen versteckt zwischen den Zeilen

Die tonangebenden Medien beschäftigen sich nun auffallend häufig mit der Zuverlässigkeit und Sicherheit der Impfstoffe. Dabei wird suggeriert, dass man objektiv die möglichen Risiken beleuchtet und ins Gesamtkalkül einbezieht. Doch in der überwiegenden Zahl der Fälle gibt schon die Schlagzeile „Entwarnung“. So verspricht uns der Kurier „Mehr Rettung als Risiko: Experten beruhigen Corona-Impfstoff-Skeptiker“. Der Tagesspiegel vertröstet seine Leser damit, dass Nebenwirkungsmeldungen schon kommen werden, „sobald der erste Covid-19-Impfstoff hunderttausenden von Menschen verabreicht wird“. Doch solche Meldungen ans Impfregister müssten „nichts heißen“. Hier wird implizit eingeräumt, dass diejenigen, die sich impfen lassen, zunächst einmal Versuchstiere sein werden. Immerhin wird in dem Artikel zugegeben, es seien „noch viele Fragen offen“, doch es wird auch versichert, es gebe „bislang keinen Anlass zur Sorge“

.Die Deutsche Welle berichtet in einem Artikel auf der Webseite über den Impfstoff des Pharmariesen AstraZeneca, der durch „eine katastrophale Kommunikation in Verruf geraten“ sei (und suggeriert damit gnadenlose Offenheit), bleibt aber dann im spekulativen Bereich: „Die gute Nachricht ist: Sehr viel spricht dafür, dass der von AstraZeneca und der Universität Oxford entwickelte Impfstoff sehr wirksam, sehr sicher und sehr robust ist, weil er nicht so aufwendig gekühlt werden muss wie einige mRNA-Impfstoffe. Punkt.“

RP-Online fragte schon im Mai mit einer forschen Schlagzeile „Wie sicher ist ein Impfstoff, der jetzt mit großer Eile entwickelt wird?“ Beschrieben werden die drei klinischen Versuchsphasen der 140 Projekte, mit denen weltweit derzeit Impfstoffe entwickelt werden. Das Fazit am Ende des Artikels lautet dann: „Wir alle werden also nicht zu Versuchskaninchen. Impfstoffe gelten als die sichersten Arzneimittel.“

Nur Pressemeldungen, keine öffentlich einsehbaren Daten

Im Handelsblatt kam wenigstens der Internist Professor Curt Diehm, ärztlicher Direktor der Max-Grundig-Klinik, zu Wort. Schon in der Schlagzeile seiner Kolumne ist von einer „Impfstoff-Illusion“ die Rede und davon, dass Impfungen „kein Allheilmittel“ seien. Im Gegenteil, sie müssten – weil sie wahrscheinlich nicht alle Virenstämme erfassen – eventuell sogar wiederholt werden. Und dann folgt ein gravierendes Eingeständnis: „Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Zahl der Impfverweigerer auch im Fall von Corona durchaus erheblich sein wird, zumindest am Anfang, wenn unter den verkürzten Zulassungsverfahren doch der Eindruck nicht von der Hand zu weisen ist, dass wir alle auch ein Stück weit Versuchskaninchen sind.“

Der Südwestrundfunk räumt zu der Frage, wie sicher eine Notfallzulassung für einen Corona-Impfstoff ist, unter Verweis auf den US-Pharmakonzern Pfizer und seinen deutschen Partner Biontech wenigstens ein, dass sich die Öffentlichkeit bislang komplett auf Zusicherungen und Pressemitteilungen von Pharmafirmen verlässt und über keine unabhängig geprüften Daten verfügt: „Das Mittel des US-Unternehmens Pfizer und seines deutschen Partners Biontech soll auch ältere Menschen schützen, die das höchste Risiko haben, nach einer Covid-19-Erkrankung zu sterben, das teilten Pfizer und Biontech jetzt mit. Allerdings gibt es dazu nur Pressemitteilungen der Unternehmen und noch keine öffentlich einsehbaren Daten.“

Markus Gärtner studierte Politik und VWL in München als Stipendiat der Konrad Adenauer Stiftung. Ein Jahr lang arbeitete er für Dick Cheney im US-Kongress. Dann war er 30 Jahre Journalist, darunter Finanzreporter der ARD in Frankfurt und China-Korrespondent des Handelsblatts in Peking. Irgendwann während der Finanzkrise schluckte er die Rote Pille, stieg aus der Matrix aus und verließ den Medien-Mainstream. Seit Oktober 2018 ist er Chefredakteur von PI Politik Spezial.

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Parteitag der Grünen

Zeichnung: Rolf Hannes

Vom 20. bis 22. November fand der Parteitag der Grünen statt, auf dem die ehemalige Partei der eingesammelten Friedensbewegung sich endgültig für eine Zukunft als NATO-verläßliche Kriegspartei umgewidmet hat. Diejenigen, die sich noch an die Bonner Republik erinnern können, reiben sich immer noch erstaunt die Augen. Sie fragen sich bis heute, wie es gelingen konnte, zunächst die Friedensbewegten in der damaligen Republik an sich zu binden. um sie anschließend in einem „Sichelschnitt“ als Grundstock für die erste deutsche Kriegspartei zu nutzen und gleichzeitig der Friedensbewegung in der damaligen Dimension das Lebenslicht auf Dauer auszublasen. So etwas wie die seinerzeitige Friedensbewegung sollte am „Standort Deutschland der Neuen Weltordnung“ nicht mehr möglich sein.

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Übers Lesen

Laurence Sternes TRISTRAM SHANDY ist eines meiner Lieblingsbücher.

Viele Bücher, die gekauft werden, sind als Geschenke gedacht. Sie werden verschenkt und nicht gelesen. Sie werden nicht von den Käufern gelesen, sie werden nicht von den Beschenkten gelesen. Die meisten werden ungelesen ins Regal gestellt. Sie sind für beide Seiten eine Verlegenheit. Man kann nicht immer Blumen schenken, sagt man sich. Und viele Jugendliche lesen fast überhaupt keine Bücher mehr. Neulich hörte ich von einem Professor, Professor für Germanistik, den Studenten, die sich bei ihm einschreiben, müßte er erstmal empfehlen, wiedermal ein Buch in die Hand zu nehmen. Nicht nur in die Hand zu nehmen, sondern es zu lesen. Ein Professor für Germanistik, und muß seinen Studenten empfehlen, Bücher zu lesen? Soiset. Und mit seiner Empfehlung bietet er gleich eine Liste lesenswerter Bücher an. Donald Duck und Asterix waren nicht dabei. Nichts gegen die beiden. Damit kennen sich einige Jüngere noch aus, mit Comics-Reihen. Und mit Krimis, Marke Donna Leon, auch noch so gerade. Aber dann. Man könnte glauben, sie beschäftigten sich nur mehr mit Simsen und Samsen und Googeln und Youbeln und Zwitschern. Und Faceln und Bookeln.

Man sollte nur Bücher verschenken, die man mit Begeisterung selbst gelesen hat. Wenn die nicht ankommen, kann man nichts machen.

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