Öffentlich-rechtliche Quadratur Folge 3

Auf Facebook löste der Artikel heftige Kommentare aus. Manche Kommentatoren beschwerten sich auch über massive Löschungen durch die „öffentlich-rechtlichen“. Hier ein paar Auszüge aus den Kommentaren:
Gabriele Hofer: Was ist an dem Satz eigentlich so falsch zu verstehen? „Weiter heißt es, es könnten „von Zeit zu Zeit schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auftreten, die nicht in den klinischen Studien mit dem Produkt aufgetreten sind“ und die am Ende sogar dazu führen könnten, „dass das Produkt vom Markt genommen wird.“
Mit dem zweiten sieht man scheinbar gar nicht mehr. So blind kann doch niemand mehr sein. Überall warnen Mediziner von einer enormen Untererfassung von Impfschäden aber ihr ignoriert es konsequent weiter.
Marvin Gabel: Biontech hat monatelang behauptet, dass man mit einer Impfung jahrelangen Fremdschutz hat. Doch es ist ganz anders.
Raphael Kaufmann: ZDF heute Würde eher sagen, der bei zu recht kritischen Mitbürgern beliebte Journalist Reitschuster. Das durchschaubare Framing stößt nämlich nicht nur Rechtsextreme ab, zu denen ich mich nicht zähle..
Ich finde diese Zuordnung gelinde gesagt völlig daneben für eine öffentliche Fernsehanstalt…
Boris Vassilev: ZDF heute ich weiß es nicht, warum finanzieren wir solche Medien…. GEZ muss weg….
Harald Schumacher: ZDF heute, wann hört ihr auf solchen Unfug zu schreiben? Schon im zweiten Abschnitt werden die Aussagen bestätigt!
Via Sil: ZDF heute Rechtspopulist, schön langsam muss man sich um euch Sorgen machen…jetzt sind alle Menschen schon rechts die Zweifeln…wenn ich jetzt sage, ui ich glaube der Käse ist nicht mehr gut und habe Zweifel diesen zu essen – zack, Rechtspopulist
David Schmidt: ZDF heute selten ist die Wut auf konkurrierende Journalisten so offensichtlich wie in diesem Post.
Marvin Gabel: ZDF heute Reitschuster hat mehr journalistische Qualifikationen in einem kleinen Finger, als euer alberner kleiner Praktikant, der diesen Unsinn geschrieben hat, in seinem ganzen Körper.
Mirka Praher: ZDF heute der „rechtsextreme“ herr reitschuster war ein spd wähler…und verschwörungen sind ja z.t. wahr geworden..
Jacky Grand: ZDF……ist das Eure Art von Aufklärungsarbeit im Jounalismus….!!!!??? Hetze ?? Es hört sich fast als als wärt ihr beleidigt weil andere vielleicht wirklich aufklären und ihr nicht
Martin Mayer: ZDF heute immer diese beschimpfenden Ausdrücke. Rechtspopulist und Rechtsextrem. So kann man man nicht diskutieren. Das spaltet. ZDF heute ihr seid wirklich unterirdisch, schämt euch! Euren Sender solltet ihr abschalten! Reitschuster hat sich getraut das zu sagen, was Viele dachten!
Beata Bartniak: ZDF heute Ach die bösen rechtsextremen Verschwörungstheoretiker….wenn man keine anderen Argumente hat, dann kommt man mit den alten kamellen um die Ecke
Lorena Bianca: ZDF heute Die Kommentare hier sind ganz schwer zu ertragen. Wie könnt ihr das noch immer ertragen?! Ich hätte längst keinen Bock mehr den Schwachsinn zu widerlegen, kommentieren oder mich zu rechtfertigen. Es bringt nichts, sie werden es nie verstehen. *fremdschäm hoch10*

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Öffentlich-rechtliche Quadratur Folge 2

„Aber weiter mit dem Advocatus Diaboli. Man könnte nun mit einer Risikoabwägung entgegnen – dass trotz allem die Impfung das geringere Risiko sei.“

All das erörtere ich dann. So, wie es sich journalistisch gehört. Sie können es hier nachlesen.

Während die vermeintliche Entlarvung von „Fakenews“ und „Desinformation“ des ZDF genau das ist, was sie zu entlarven vorgibt.

Der eilige Leser bleibt ohnehin bei Überschrift und Vorspann hängen und bekommt dann gar nicht mit, wie der dreist aufgebaute Popanz weiter unten im Text in sich zusammenbricht wie ein Kartenhaus. Der Sender behauptet, dass „Impfgegner daraus die Behauptung stricken, Biontech glaube selbst nicht an sein Vakzin Comirnaty“.

Abgesehen davon, dass ich nie ein Impfgegner war und keiner bin – ich stricke nirgends in meinem Beitrag die Behauptung, „Biontech glaube selbst nicht an sein Vakzin Comirnaty“.

Das ist ein Fake unter dem Deckmantel der Fakenews-Bekämpfung, liebe Kolleginnen und Kollegen. Erst erwähnen Sie mich ganz oben und prominent in Ihrem Beitrag, und führen dann Vorwürfe auf, die nicht mal ansatzweise auf mich zutreffen.

Was dann weiter im Kleingedruckten geschieht, ist ein hilfloser, dummer Versuch, das Schwarze weiß zu machen. Das arme Biontech müsse nun mal im Geschäftsbericht alle Risiken benennen, heißt es, aber die Firma glaube fest an ihren Impfstoff. Geschenkt! Der Fakt ist, dass es eben Risiken gibt, sonst müsste man ja nichts benennen. Und dass es Aufgabe von Journalisten ist, diese Risiken zu erörtern. Und nur Feinde des freien Journalismus solche Artikel schreiben wie hier die ZDF-„Faktenfinder“.

Besonders bitter ist es, dass die Bundesbürger solche Propaganda und Verdummung mit ihren Gebühren auch noch selbst bezahlen müssen.

Fortsetzung folgt.

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Öffentlich-rechtliche Quadratur

Von Boris Reitschuster

Die öffentlich-rechtliche Quadratur des (Impf-)Kreises: Wie das ZDF schwarz für weiß vormacht.

Die Überschrift ist großspurig: „Desinformation von Impfgegnern: Biontech warnt nicht vor eigenem Vakzin“ lautet sie. Laut Seitenbeschreibung war sie zuvor sogar noch heftiger –  „Fake News zu Corona.“ In dem Beitrag wird dann ausgeführt: „Impfgegner behaupten, Biontech habe in seinem Geschäftsbericht selbst die Schutzwirkung und Sicherheit des eigenen Corona-Impfstoffs angezweifelt. Doch es ist ganz anders.“ Böse Menschen, so heißt es dann, behaupteten, „dass Biontech vor seinem eigenen Impfstoff warne. Ähnlich berichtete unter anderem der bei Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern beliebte Journalist Boris Reitschuster in seinem Blog.“

Allein schon das Framing ist beachtlich. Würde man hier genauso manipulieren wollen wie der von Gebührengeldern bezahlte Sender, könnte man schreiben, das „von Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern finanzierte ZDF“ – weil ja jeder zahlen muss.

Weiter schreiben die Gebührenjournalisten dann: „Tatsächlich sind im Geschäftsbericht von Biontech für 2021, der Ende März der US-Börsenaufsicht vorgelegt wurde, Sätze enthalten, die aufhorchen lassen. Dort heißt es: ‘Es könnte sein, dass wir nicht in der Lage sind, eine ausreichende Wirksamkeit oder Sicherheit unseres Covid-19-Impfstoffs und/oder variantenspezifischer Präparate nachzuweisen, um eine dauerhafte behördliche Zulassung in den USA, in Großbritannien, in der Europäischen Union oder in anderen Ländern zu erhalten, in denen der Impfstoff eine Notzulassung oder eine bedingte Marktzulassung erhalten hat. Weiter heißt es, es könnten ‘von Zeit zu Zeit schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auftreten, die nicht in den klinischen Studien mit dem Produkt aufgetreten sind‘ und die am Ende sogar dazu führen könnten, ‘dass das Produkt vom Markt genommen wird‘“.

Genau diese Sätze und das Aufhorchen lassen habe ich in meinem Text dazu, den das ZDF nun unter der Über-Rubrik „Fakenews“ und „Desinformation“ bringt, aufgeführt. Und dann sehr differenziert erörtert. Unter anderem heißt es in meinem Text:

„Wollte man nun Advocatus Diaboli spielen, könnte man entgegnen, dass in einem Jahresbericht für die US-Börsenaufsicht eben auch die unwahrscheinlichsten Risiken aufgeführt werden müssten.“

„Man könnte entgegnen, bei jedem Medikament gebe es Nebenwirkungen, auf die im Beipackzettel hingewiesen wird. Stimmt.“

Fortsetzung folgt.

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Gesundheitsminister planen neue Corona-Welle

Boris Reitschuster

Gesundheitsminister planen für neue Corona-Welle im Herbst. Und täglich grüßt das Murmeltier Lauterbach.

Normalerweise sollte man sich als Journalist immer freuen, wenn man Leserzuschriften bekommt. Heute war das etwas anders. So wichtig, unersetzlich und erfreulich auf der einen Seite die unzähligen Leser-Anregungen sind – manchmal macht einen ihr Inhalt traurig. So auch die E-Mail von Sebastian G., die mich heute erreichte. Mit dem sehr streitbaren Kommentar „Diese Irren ziehen diesen Müll weiterhin durch. Der Westen ist verloren.“ Und mit einem Link auf einen Artikel in der Zeit mit folgender Überschrift: „Pandemie: Minister fordern Vorbereitung auf Corona-Welle ab Herbst.“ Weiter steht da: „Diese Meldung ist Teil des automatisierten Nachrichten-Feeds der Deutschen Presse-Agentur (dpa).“ Deutschlands Leitmedium verbreitet die Corona-Angst also automatisch.

„Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei. Wir dürfen uns nicht von den aktuell rückläufigen Inzidenzen täuschen lassen“, erklärte dem Beitrag zufolge die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Petra Grimm-Benne aus Sachsen-Anhalt, nach einer Videoschalte mit Bundesminister Karl Lauterbach (beide SPD) am Montag. Da haben sich die Richtigen gefunden! Der Bund soll dem Bericht zufolge rasch einen „Masterplan“ ausarbeiten und mit den Ländern abstimmen. Dazu gehören soll auch eine Anpassung des Infektionsschutzgesetzes.

Was dann weiter in dem Text steht, verwundert nicht wirklich: „Lauterbach begrüßte den Beschluss ausdrücklich. Die Länder müssen in der Lage sein, auf ein mögliches Wiederaufflammen der Pandemie zu reagieren, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Dafür bräuchten sie mehr Instrumente, als das aktuelle Gesetz hergibt. „Wir müssen vorbereitet sein auf die kalte Jahreszeit. Ein klarer gesetzlicher Rahmen gehört dazu“, sagte Lauterbach. Er hatte auch bereits ein Pandemie-Konzept für den Herbst angekündigt.

Unter anderem heißt es, ab Herbst könnte etwa mit einer Maskenpflicht in Innenräumen reagiert werden. Zudem solle es um Verpflichtungen zur Vorlage von Impf-, Genesenen- oder Testnachweisen mit entsprechenden Zugangsbeschränkungen für risikogefährdete Bereiche und Einrichtungen gehen – also um Regelungen wie 2G oder 3G.  Lauterbach hatte noch am Wochenende vor einer Rückkehr der Delta-Variante gewarnt, die seinen Worten zufolge zu schwereren Verläufen führen könnten als die aktuelle Omikron-Variante. Kritische Experten bezeichnen das als sehr unwahrscheinlich.

Der Berliner Arzt Paul Brandenburg* hat gerade erst im Interview mit mir vor dem gewarnt, was sich jetzt abzeichnet: „Man hat den Eindruck, da muss jetzt auf Teufel komm raus Gesicht gewahrt werden und es werden wirklich erwiesen unsinnige Maßnahmen weitergeführt, einfach, weil man im Nachhinein recht gehabt haben will. Insofern fürchte ich, wird es nahtlos weitergehen im Herbst, wenn saisonaler Schnupfen wieder mehr werden wird, was ganz normal ist, das kennen wir alle, dann ist die Entschuldigung wieder da für die Politik zu sagen: Seht ihr, deshalb haben wir das ja gemacht und damit müssen wir weitermachen“, warnte Brandenburg in dem Gespräch. Wenn man nur genügend teste, würde man dann auch die entsprechenden Ergebnisse bekommen.

* In einem bereits am 7. 4. 2022 aufgezeichneten Interview sagte er: Lauterbach ist ein politischer Gewaltverbrecher.

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Wahrheitsministerium Folge 5

Suche nach ewigen Dingen und Werten

Geschichte scheint sich gerade wieder mal zu wiederholen, das gilt auch für die Rolle der Intellektuellen und deren Verhältnis zur Macht. Wer sich dem Zeitgeist andient, kommt vielleicht noch in zwangsgebührenfinanzierte Sendungen, kannibalisiert aber auf Dauer seine Geschäftsgrundlage.

Der Intellektuelle von heute wird wieder bottom-up geboren, nicht top-down erkoren. Der kanadische Psychologe Jordan Peterson wurde sicher nicht dadurch zum zeitweise wirkmächtigsten Intellektuellen des Westens, weil er sich den woken Sendern so gekonnt angedient hatte. Sondern weil er sich dem Zeitgeist widersetzte, ein individuelles Geschlechtsbekenntnis als Privileg anzubeten.

Der «Verrat der Intellektuellen», wie ihn Julien Benda 1927 erstmals beschrieben hat, ist heute in Zeiten woker Zensurbemühungen und grassierenden Haltungsjournalismus wieder aktueller denn je:

«Die Lage des modernen Clerc ist vielmehr charakterisiert vom Widerspruch zwischen seiner eigentlichen Aufgabe – seinem geistigen Amt: der Suche nach ewigen Dingen und Werten – und seinem Glauben, durch politische Aktivität an Statur gewinnen zu können.»

 

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Wahrheitsministerium Folge 4

Wer nicht hören will, muss fühlen.

Im Inneren des teuersten Wahrheitsministeriums gärt es, und die Wut wächst. Seit Skambraks’ und Seibolds Weggang melden sich immer mehr kritische Stimmen, viele davon aus Angst vor Kündigung anonym. Auf der Website https://meinungsvielfalt.jetzt sind seit wenigen Tagen zahlreiche Kommentare und Stellungnahmen veröffentlicht, die ein trostloses Bild von der Binnenpluralität der öffentlichen Sendeanstalten zeichnen und Bände über den Frust der Mitarbeiter sprechen.

Die Corona-Berichterstattung hat für viele das Fass zum Überlaufen gebracht. So schreibt eine ARD-Mitarbeiterin: «Jeder kritische Ansatz wird gar nicht erst verfolgt – oder totrecherchiert. Dafür ‹freuen› sich alle, wenn sie eine neue runde Zahl der angeblich soundsovielten Corona-Toten in der Region verkünden können. Nach anfänglichem Kontra habe ich mehr oder weniger aufgegeben.»

Über 260 000 Menschen haben sich inzwischen der Initiative Leuchtturm ARD des Filmproduzenten Jimmy C. Gerum angeschlossen (https://leuchtturmard.de/). Dort sammeln sich Beitragsverweigerer, Petenten und Kläger, um die öffentlichen Sendeanstalten in einen Dialog zu zwingen.

Was in der Schweiz noch per Referendum von «No Billag» versucht wurde (letztlich erfolglos), steht offenbar nun in Deutschland an, wenn auch mangels Referendum auf aktivistischem Wege. Das Kalkül von Gerum & Co.: Sie wollen den Zwangsgebührenapparat mit einer kritischen Masse an Beitragsverweigerern aushungern sowie alle rechtlichen Mittel nutzen, um dadurch eine grundlegende Reform des öffentlichen Rundfunkwesens anzustosßen. Wer nicht hören will, muss fühlen.

Schluß folgt morgen.

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Wahrheitsministerium Folge 3

Bruch mit dem Bürger

Wer sich dem Zeitgeist andient, kannibalisiert auf Dauer seine Geschäftsgrundlage.

Das Verhältnis zwischen Bürgern und dem durch sie finanzierten Rundfunk ist so gespannt, dass Gebührenverweigerer, wie der Nordrhein-Westfale Georg Thiel, lieber für sechs Monate in Erzwingungshaft gingen, als den Beitrag zu bezahlen. Es geht hier wohlgemerkt nicht um Geschmacksfragen oder stellenweise Verirrungen im Programm. Sondern um grundsätzliche Gräben: Was ist die Aufgabe des Rundfunks? Wie gut erfüllt er sie?

Realität ist, wie der Soziologe Niklas Luhmann wusste, letztlich das, was durch die Medien vermittelt wird. Somit geht es im Konflikt mit den Sendern um nicht weniger als den Stoff, aus dem die Wirklichkeit ist. Wenn Wirklichkeit jedoch nicht mehr in allen Schattierungen durch die Sender dargestellt, sondern eine einzige, parallele Wirklichkeit erzeugt wird, ist der Bruch mit dem Bürger nur eine Frage der Zeit. Eine Republik, welche die Res publica, die öffentliche Sache, nicht mehr auf den Begriff bringen oder artikulieren kann, geschweige denn einen gemeinsamen Nenner findet, befindet sich im Stadium der Auflösung.

Spätestens mit Corona sind die Auflösungserscheinungen auch bei den Mitarbeitern angekommen. Ein Mitarbeiter des Südwestrundfunks, Ole Skambraks, wurde nach ungehörter interner Kritik und einem öffentlichen Brief, in dem er auf die vielen Versäumnisse in der Corona-Berichterstattung hingewiesen hatte, schliesslich gefeuert. Kürzlich abgewandt hat sich auch die langjährige ZDF-Moderatorin und 3sat-Redaktorin Katrin Seibold. Sie wirft ihrem ehemaligen Sender nicht nur vor, unausgewogen zu berichten, sondern schildert Situationen, in welchen die Redaktoren dazu aufgerufen waren, Fake News zu produzieren.

Fortsetzung folgt.

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Wahrheitsministerium Folge 2

Neofeudale Zustände

In den letzten zwei Pandemiejahren war Karl Lauterbach so lange Dauergast in den Talkshows, bis er sich dank seiner journalistischen Steigbügelhalter schliesslich in ein Ministeramt irrlichterte. Die vierte Gewalt in Deutschland regiert längst mit, statt ihrem gesetzlichen Auftrag nach Kontrolle und Überwachung der Regierenden nachzukommen.

Beispiele gefällig? Im Jahr 2017 beauftragte die ARD eine Kommunikations-wissenschaftlerin mit der Erstellung eines Framing-Manuals. Darin wurde erklärt, mit welchen manipulativen Kommunikationstricks und tiefen Griffen in die Moralkiste der Zuschauer von den Vorzügen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks überzeugt werden sollte. 120 000 Euro liess sich die ARD diese Eigen-PR-Initiative kosten. Der Gebührenzahler bezahlt also seine eigene Propaganda gleich mit. Mit bürgernaher Realitätsvermittlung hatte dieser Vorstoss etwa so wenig zu tun wie das orwellsche Wahrheitsministerium mit objektiver Erkenntnissuche.

War der Debattenraum in den öffentlichen Rundfunkanstalten schon vor Corona nicht besonders breit, wurde er spätestens mit der Pandemie auf einen Spalt verengt, durch den nur noch die immergleichen staatsnahen Experten passten. Die Diskrepanz zwischen gesetzlich festgelegtem Auftrag und dessen Erfüllung wurde so offensichtlich, dass der Wildnispädagoge und Blogger Bastian Barucker eine Petition mit über 60 000 Unterzeichnern lancierte, um eine Corona-Sondersendung zu erzwingen, die auch Wissenschaftlern mit von der regierungsnahen Linie abweichenden Argumenten Gehör verschaffen sollte.

Ergebnis? Die Petenten wurden mit einem Zoom-Call abgespeist, der nicht einmal aufgezeichnet werden durfte. Eine echte Corona-Debatte hat die Bundesrepublik bis heute nicht bekommen.

In der Kommunikation zwischen öffentlichen Sendern und Gebührenzahlern ist der Wurm drin. Die zwangszahlende Kundschaft muss um Objektivität, Neutralität und Ausgewogenheit förmlich betteln und bekommt am Ende doch nur Steine statt Brot, also Glaubenssätze in Form von Storytelling statt einer gutrecherchierten Faktengrundlage, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Der Rest sind Heimatfilme, Schlagerparaden, überteuerte Sportprogramme sowie en masse Mord und Totschlag in den inflationären Provinznestkrimis.

Der Bürger ist den Programmleitungen hilflos ausgeliefert. Damit im Sinne der Regierung auch ja nichts schiefgeht, kümmert sich seit 2021 für die ARD die Tochter des Kohl-Ziehsohns und ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble, Christine Strobl, um das Programm. Sie ist zugleich noch Gattin des Innenministers von Baden-Württemberg, Thomas Strobl, eines Impfpflicht-Hardliners. Wen wundert da noch der Einheitsbrei?

Fortsetzung folgt.

 

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Wahrheisministerium

In Deutschlands sündhaft teurem öffentlich-rechtlichen Rundfunk gärt es gewaltig. Alle Zeichen deuten auf eine deutsche «No Billag»-Bewegung hin.

Von Milosz Matuschek

Letztes Frühjahr hing das gewaltige Containerschiff «Ever Given» für mehrere Tage im Suezkanal fest und blockierte den Welthandel. Es ist schwer, beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland nicht Assoziationen an das aufgelaufene Containerschiff zu haben: ähnlich überdimensioniert, unbeweglich, die Lieferkette für ausgewogene Informationen verstopfend. Ein Ärgernis eben.

Doch was bei dem Containerschiff ein paar Tage dauerte, geht beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk schon seit Jahren so. Das zwangsgebührenfinanzierte und mit über acht Milliarden Euro Budget pro Jahr teuerste öffentliche Medienkonglomerat der Welt aus Fernsehsendern wie ARD, ZDF, zahlreichen Rundfunkstationen der Bundesländer, Radiokanälen und eigenen, zeitgeistkonformen Youtube-Formaten zieht immer mehr Zorn auf sich: zu staatsnah, zu unausgewogen, selbstherrlich von oben durchregierend, mit einer eigenen Nomenklatura an quasi verbeamteten Medienschaffenden, die überwiegend einen Einheitsbrei generieren.

Fortsetzung folgt.

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Drosten ade

  • Boris Reitschuster

Drosten ade… ….scheitern tut nicht weh.

Diesen Kurzkommentar habe ich für die Schweizer „Weltwoche“ verfasst – und möchte ihn Ihnen natürlich nicht vorenthalten – hier sogar in leicht erweiterter Form: 

Deutschlands bekanntester Virologe, Christian Drosten, zieht sich aus dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der Corona-Maßnahmen zurück. Das ist zunächst einmal eine gute Nachricht. Denn der Mann mit dem treuherzigen Blick wäre sonst so etwas wie ein Richter in eigener Sache gewesen. Dass Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki von der FDP seine „Unabhängigkeit in Zweifel zieht“, ist noch eine diplomatische Formulierung. Fakt ist: Drosten war neben Lauterbach der Frontmann der überaus harten deutschen Corona-Politik. Um nicht zu sagen des Corona-Fatalismus „made in Germany“.

Im Januar 2021 begegnete ich Drosten persönlich auf der Bundespressekonferenz. Der Medien-Star wirkt im direkten Kontakt eher unscheinbar als charismatisch. Und zugleich arrogant. Ich fragte ihn unter anderem, ob es denn nicht Sinn mache, wenn er sich mit seinen schärfsten Kritikern an einen Tisch setze: „Sie sind ja überzeugt, Sie sagen ja auch, Sie haben so gute Argumente, da müsste es ja sehr leicht fallen, das auch zu widerlegen.“ Nachzulesen sind die Wortgefechte von damals hier.

Drosten lachte die Frage einfach weg. Er tat so, als habe er sie nicht gehört. Das ist in meinen Augen typisch für den Virologen – er ignoriert andere Meinungen und hält es für unter seiner Würde, sich mit seinen Kritikern und deren Argumenten auseinanderzusetzen. Auch meine zweite Frage nach einer Informationsnotiz der WHO, die im Gegensatz zu seinen Aussagen steht, wischte Drosten einfach weg. So was, beschied er, sei für Länder mit niedrigerem Ausbildungsstand. Im Sachverständigenrat wäre er mit solchen arroganten Antworten vielleicht nicht durchgekommen. Auch das mag wohl einer der Gründe für seinen Rückzug sein.

PS: Die Begegnung mit Drosten zeigt, wie wichtig es war, den Mächtigen und ihren Einflüsterern auf der Bundespressekonferenz persönlich zu begegnen und sie persönlich zur Rede zu stellen. Denn auch die Verweigerung einer Antwort ist schließlich eine Antwort. So ist auch zu erklären, warum die Bundespresse-konferenz alles daran setzte, mich aus ihren Reihen auszuschließen – unter einem fadenscheinigen Vorwand. Beachtlich auch, dass sich das Berliner Landgericht dem anschloss und meinen Ausschluss bestätigte

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