Vom weißen See

Foto: Friedel  Kantaut

Vom weißen See

An den Verhängnissen hängen.
Dein Verstehen hat seine
herablassende Form abgeworfen.
Mit ihr mussten einige Freunde
dich ziehen lassen.
Wie eine auseinandergelegte Nacht,
aus der das Dunkle nur so davonfloss.
Sein Seyn ständig aus den Augen verlieren.
Nun verletzt du dich nicht mehr.
Erwischst dich dennoch immer wieder,
nach Hintergründen in der Kindheit zu suchen.
Vorhin hast du André in ganz weichen Tönen
deine letzte Narbe gezeigt.
Mit 2 schöhnen Sätzen, ähh Zähnen.
Er ist auch immer in deiner Nähe, irgendwie.
Der erste Mensch, dem du die Tür geöffnet hast
nach mittlerweile einem Jahr.
Er war mit seiner neuen Freundin da,
einer süßen Maus mit einem Herzmündchen …
Nachdem sie aus dem Wasser kam
(du weisst, weisser See),
presste sie ihre großen Brüste zusammen
und ließ einige Tropfen auf ihn hinunterprasseln.
Er reagierte kaum.
Wie gemeißelt seine Zähne sind,
die sich zeigen, wenn er lacht.
Wie in diesem Augenblick,
als sie gebückt vor ihm stand
und einen Kuss aus dem See mitbrachte.

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Morgenlandreise 83

Immer noch sitz ich in Bobby´s Cay Shop. Wenn ich mich vom Meer abwende, ihm den Rücken zukehre, liegt linkerhand Krishnas Poonum Guest House, für mich unsichtbar hinter Büschen und Sträuchern, rechterhand leuchten gelbe Wände eines Bauernhofs herüber. Ich liebe diese Stunde der Abenddämmerung, wo der Tag in die Nacht übergeht, die Farben leuchtender werden, fast überirdisch, die hellen Tönungen in ihren vielfältigen Nuancen auf dem Hintergrund der dunkleren nach vorne treten, sich loslösen vom gleichmachenden Einerlei des Tageslichts.

Öfters bin ich in der Nähe des Gehöfts stehen geblieben. Kleine pechschwarze Schweine flitzen um die Palmstämme herum, einige Hühner scharren den Waldboden auf. Falls ihnen die Schweinchen Zeit dazu lassen, denn nichts finden sie vergnüglicher, als das Federvieh um die Baumstämme herum zu jagen. Zwei Ziegen dösen in einem Käfig aus Bambusstäben vor sich hin. Ihr Fell hat die Farbe von altgewordener Schokolade, Schokolade, über deren satter dunkler Farbe ein Hauch von Mehltau liegt. Zum wertvollen Besitz des Hofs gehören sieben knochige Kühe mit edlen langgestreckten Köpfen und hängenden Ohren. Die riesigen Gehörne tragen sie wie die Rinder auf sumerischen Reliefs. Das Ausdruckvollste sind ihre großen Augen mit langen Wimpern darüber. Auf den Ohren wachsen Flaumhärchen, die in einer feinen Pinselspitze enden. Wenn sie abends von ihrer Weide heimtrotten, bewegen sich zwischen den Bäumen strahlend weiße Flecken.

Die Schweine stehen im Ruf, menschliche Scheiße zu fressen, ja, man sagt, ihre Lieblingsstelle sei unter dem Plumpsklo, das auf vier Pfählen errichtet versteckt hinter Büschen steht. Allerdings, wenn ich diesen munteren Schweinchen zuschaue, wie sie die Ziegen ärgern und die Hühner aufscheuchen, jederzeit zu einem Schabernack bereit, dann mildert sich meine Abscheu.

Die Kühe sind mir näher, ich liebe sie geradezu, ihre feuchten Schnauzen sind so appetitlich frisch, ich könnte sie küssen. Die Goanesen sind seit ihrer Zeit unter der Herrschaft der Portugiesen Christen. Im Gegensatz zum hinduistischen oder muslimischen Indien essen sie Fleisch, und eben auch Schweinefleisch. Was mich angeht, so wird aus mir ein halber Hindu, ich esse fast nur mehr Fisch. Lobster, für ein paar Rupien, einen ganzen riesigen Krebs, von Krishnas Hand zubereitet, das ist ein Festschmaus.

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Es lebe der Aphorismus!

Der 28. von 352


Bild: Rolf Hannes

Erhöht und abseits stehend seh ich mehr doch werde nicht gesehn. Wer also gesehn werden will, muss sich damit abfinden, weniger zu sehn. So sind die Politiker blind und das Volk unsichtbare Visionäre.

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Vier Spaßmacher

Thomas Pigor und Jan Böhmermann sind Teil vom geistreichelnden Schwachsinn des deutschen Feuilletons. Nimmt man noch die leidigen Plauderer Lars Reichow und den falschen tiroler Rheinländer Konrad Beikircher dazu, ist ein Quartett des allgemeinen Flachsinns beisammen.

Das harmlose Gequatsche des letzteren ist fast noch schwerer zu ertragen, als die dummdreisten Spitzfindigkeiten der anderen.


Zeichnung: Rolf Hannes

Es ist eine Frechheit, für diese Art der Unterhaltung mit Rundfunkgebühren bestraft zu werden.

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Morgenlandreise 82

Bobby brutzelt einfache, wohlschmeckende Gerichte auf einem Gaskocher, zu jeder Tageszeit, wann immer du willst. Wenn du um drei Uhr nachmittags zu ihr kommst, mit einem Fisch, den du von einem Fischer am Strand gekauft oder auch geschenkt bekommen hast, so brät sie ihn dir. Zu kaufen gibt’s die Fische in der Regel am frühen Morgen. In der Morgendämmerung kommen die drei einfachen klobigen Ruderboote, die es in der kleinen Bucht von Bardez gibt, vom Fang zurück. Einmal war ich in der frühen Stunde dabei, als die Fischer ihre Boote an Land zogen. Sie stehen dann bis zu den Hüften im Wasser, um jedesmal, wenn eine Welle anbrandet, ihren Kahn weiter an Land zu wuchten.

Die fischhungrigen Frauen und Männer warten bereits am Strand. Nicht viele Fische sind es, die verteilt werden, aber für jeden gibt‘s einen oder mehrere, je nach Größe der Fische und Größe der Familie. Es wird ein wenig gefeilscht, aber man kennt sich und die Fische, und nach einer halben Stunde Hinundhers hat jeder seinen Käufer gefunden.

Die drei Boote liegen nun verlassen am Ufer, nur mehr die Brise landeinwärts, die die Blätter der Palmen summen läßt, und der gleichmäßig atmende Takt der Brandung füllen die Zeit. Kein Ortsfremder, der jetzt vorbeikommt, weiß etwas von neun Männern, die in der Nacht auf offener See sich abmühn für eine Handvoll Fische.

Aus Bobby´s Cay shop kann ich durch die Stämme der Palmen hindurch auf das dunkelnde Meer hinausschaun. Zu dieser Stunde, wo die Nacht hereinbricht, frischt der Wind auf, ab und zu läßt eine Bö eine Palme ächzen. Ein harziger Duft, in den sich die aufsteigende Wärme des Sands, der Duft der Gräser und Moose mischt, betört die Nase.

Ganz selten sitzt ein Einheimischer bei Bobby. Ihre Preise sind für Europäer gedacht. Sie kann es nicht einrichten, zweierlei Maß anzulegen wie es in vielen Lokalen der Städte geschieht. Ein Uneingeweihter merkt es kaum, wie Einheimische in den Städten oftmals für die gleiche Sache nur einen Bruchteil dessen zahlen, was Reisende zahlen.

Anjuna Beach, wie der zwölf Kilometer lange Sandstrand entlang der Malabar-Küste des Indischen Ozeans genannt wird, hat noch keine entstellenden Hotelbauten, keinerlei Attraktionen, die den Massentourismus anlocken. Menschenleer liegt der Strand während der Hitze des Tags nur den Wellen des Ozeans hingegeben. Erst in den frühen Abendstunden bevölkern einige europäische Müßiggänger den allmählich sich abkühlenden Küstenstreifen. Dann spazieren auch indische Väter und Mütter, ihre Jüngsten auf dem Arm, am Wasser vorbei. Die Frauen und Mädchen raffen ihre Saris über die Knie, die Männer und Buben krempeln ihre Hosen hoch, so waten sie durchs seichte Wasser. Niemals habe ich sie im offenen Meer planschen sehn oder gar schwimmen. Wenn mich nicht alles täuscht, so überlassen sie das den Fremden, sie selbst machen sich offenbar nichts daraus.

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Es lebe der Aphorismus!

Der 13. von 352


Aquatinta: Rolf Hannes

Bin eben ohne meine Brille zum Bierholen gelaufen. Tja. Das ist schon seltsam. Der Getränkehändler hatte das Gesicht des Teufels. Lieb und böse durchtrieben.

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Die Verrückte


Zeichnung: Rolf Hannes

Die Verrückte trug verrückte Gedanken in ihrem Kopf, vollzog verrückte Handlungen und sah dabei vollkommen normal aus. Kaum einer, der sie reden hörte, wusste, wie verrückt sie war. Um den Schein zu wahren, vermied sie es, viel zu sagen. Doch in ihrem Kopf purzelten die Gedanken durcheinander, überschlugen sich und verbanden sich zu Sätzen, die ihre Logik schnell wieder zerriss, bevor Ideen daraus erwuchsen.

Die Verrückte dachte, wenn sie eine Art Schild erfinden könne, das sie vor sich selbst schützte, wäre ihr Leben sehr viel einfacher. Wie eine weiße Wand, hinter die sie springen könnte, wenn ihr irres Ich um die Ecke käme. Ob es schweigen würde, wenn keine Ohren mehr zu sehen wären? Oder gäbe es sich gar mit Schweigen zufrieden, besäße sie keinen Mund?

Die Verrückte legte das Blatt wieder hin, das sie nachdenklich vor ihr Gesicht gehalten hatte, denn anders als in ihrer Vorstellung, befand sich das irre Ich nicht neben ihr – es war in ihr drin. Unwillig jemals auszuziehen, ein Nesthocker.

Und morgens sagte es immer zu ihr: Wir sind nun mal so, das sind wir.

Fast immer lächelte die Verrückte und nickte. Aber manchmal wünschte sie, sie wäre vollkommen allein in ihrem Kopf.

Ob sie ihr irres Ich vermissen würde, zöge es jemals aus?

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Morgenlandreise 81

Anjuna Beach

Gestern traf ich am Strand Wolf Seidenberg wieder. In Pakistan hatten wir einige Tage lang eine gemeinsame Strecke vor uns. Silvester verbrachten wir in Quetta, in einem bis auf zwei Bettgestelle völlig leeren Zimmer einer merkwürdig heruntergekommenen Herberge. In Belutschistan tobte gerade ein Aufruhr der Bevölkerung, die sich von Pakistan lossagen wollte. Vom Zug aus hatten wir eine Horde mit überlangen Flinten fuchtelnder Rebellen auf Pferden beobachtet. Unter den Reisenden im Zug verbreitete sich die Angst, der Zug könnte bei nächster Gelegenheit überfallen werden. An allen Ecken der Stadt, vor der Post, vorm Bahnhof, selbst vor unsrer seltsamen Absteige, standen finster dreinblickende Soldaten mit geschulterten Gewehren.

Wolf wollte in den Norden Indiens, ich strebte in den Süden, nahm ein Schiff in Karatschi, das mich nach Bombay brachte. Alle Ostlandfahrer treffen sich irgendwann, bevor es auf den Winter zugeht, in Goa. Wir saßen beisammen mit noch einigen anderen, die sich am Strand niedergelassen haben. Oft ist ihre Behausung nur eine am Rand des Palmenwalds in den Sand gebuddelte Kuhle, worin sie ihren Schlafsack ausrollen. Munteres braungebranntes Völkchen. Einige werden billig, Dutzendware, sie binden sich ein indisches Fähnchen um die Hüfte, ein lunghi, stopfen sich ein Pfeifchen mit Gras und dösen in den Tag hinein. Einige beginnen zu strahlen. Das Nichtstun, die Sonne, der Sand, das Meer, das alles schält die Gesichter heraus aus ihren mannigfachen Verkleidungen.

Wolf erzählte. Eine Weile hielt er sich in einem Tal im nördlichen Kaschmir auf. Dort sind die Menschen weder buddhistisch, hinduistisch, noch muslimisch. Sie glauben an eine Naturgottheit, unvergleichbar mit einer anderen Religion. Sie wählen ein vierjähriges Mädchen, das diese Naturgottheit darstellt. Dieses Mädchen ist ihre Königin, bis seine erste Blutung eintritt, damit erlischt sein übernatürlicher Rang. Es bleibt ihm nichts andres übrig, als sich zu prostituieren, es wird eine Hure. Niemand wagt, eine ehemalige göttliche Königin zur Frau zu nehmen.

Wolf lebt sehr im Kopf. Über alles liebt er Argumentationen. Das gibt es nur, was wissenschaftlich beweisbar ist. Sein ewiges System. Er sagt häufig: Das ist das System. Welches, wird mir selten klar. Er will nach Nepal. Dort in Katmandu gibt es einen Ort, geschaffen für Leute, herauszufinden, was sie wollen. Großer Himmel. Ich mußte fortwährend lachen. Es schien mir, er wolle flaxen, und es bräuchte nur das erlösende Wort. Es ist ihm aber sehr ernst. Sogar das Lachen will er in sein System pressen. Also lacht er nie, oder nur gequält. Er ist so zum Bersten komisch, unter diesem heiteren Himmel, an diesem heiteren Strand. Er beweist so sehr das Gegenteil von dem, was er sagt. In der Silvesternacht in Quetta hatte er vom Geheimnis der Pyramide gesprochen. Ich fand es sehr schön und überzeugend. Aber das Geheimnis der Pyramide hat ihm nicht geholfen, es bleibt verschlossen für ihn.

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Es lebe der Aphorismus!

Der 14 von 352


Kaltnadeladierung Der Vogelobere Hornebom: Rolf Hannes

Wenn man statt Drogen Medikamente zu nehmen beginnt, dann kündigt sich wohl das Alter an.

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Endlosschleife

Dusty taucht schwer von Träumen aus dem Manga auf. Scheiß Aliens, scheiß Marlow. Was hat der überhaupt in ihren Träumen zu suchen. Scheiß Tag! Ich will nicht aufwachen. Sie versucht, die Matratze zu umarmen. Zu kurze Arme. Sie umarmt das Kopfkissen, und kriecht unter die Decke. Nicht noch so ein Tag.

Als erstes wird sie mit Marlow die Outdoorkunden ablaufen. An Spielplätzen, Straßenecken, in Parks, S–Bahnstationen wird Ware gegen Geld getauscht. Bewegliche Ziele sind schwerer zu treffen. Die Kunden sind zufrieden. Marlow hat guten Stoff.

Danach immer diese elenden Hausbesuche. Diese Treffen sind länger, und es wird gechilled. Chillen meint, alle möglichen Drogen konsumieren, so viel wie möglich. Auf den Tischen unter Bergen von Zigarettenstummeln und Jointfiltern vermutet sie die Aschenbecher, mehrere Spiegel und zusammengerollte Geldscheine liegen auf dem dreckigen Wohnzimmertisch. Purpfeifen, Bongs und alle möglichen anderen Rauchgeräte, überall Bierflaschen. Im Raum hängt eine süßliche Rauchwolke. Verschiedene Sorten von Freaks und vom Leben Abgehängte lümmeln sich auf fleckigen und alten Polstermöbeln. Nur Jungs. Auf dem Riesenbildschirm läuft ein Horrorfilm. Seine Lautstärke mischt sich mit dem Gewirr der Stimmen. Meistens schlechte Witze über Sex, Frauen, Pornos. Einer redet ins nächste Ohr, der wiederum ins Ohr des neben ihm Sitzenden. Ohren kann man nicht schließen

Nur Marlows Stimme übertönt alles. Manche hören ihm zu und lachen an den richtigen Stellen. Diese Schleimer versuchen ihn bei Laune zu halten. Vielleicht fällt etwas für sie dabei ab. Meistens redet er von seiner Vergangenheit als Gründer einer IT-Firma und seinem Burnout. Irgendwann wird er wieder groß einsteigen. Cool. Nach einer Stunde gehen wir zur nächsten Wohnung. Wieder hässliche Möbel, ein übergroßer Fernseher und auch alles andere.


Fotografik Hamsterrad: Friedel Kantaut

Wie immer beginnt jetzt mein Job. Der Drogencocktail trübt Marlows Verstand. Ich versuch ihn zu unserer Wohnung zu lotsen. Er will noch in Kneipen. Wir bekommen Streit, und ich gehe allein und heulend heim. Ein paar Stunden später wird er klingeln und schimpfend durchs Treppenhaus torkeln. Wieder hat er ein Plastiktütchen oder Geld verloren. Er wird seine zu vielen Taschen durchsuchen und mich verdächtigen. Nach etwa einer halben Stunde wird es gefunden was er sucht. Noch eine Nase und danach immer schlechten Sex. Dann grunzt er einmal, dreht sich um und schläft ein. Endlich darf ich wieder in mein Traumversteck.

Marlow wacht auf, springt aus dem Bett, in seine Klamotten, hastet aus ihrer Wohnung, wie eine S–Bahn, die Millimeter an dir vorbeidonnert, obwohl Du auf sie gewartet hast. Dabei stolpert er fast über Hante, der zwischen kleinen Türmen aus Kupfermünzen schläft. Zwei von drei Türmen fallen in sich zusammen und hinterlassen auf dem klebrigen Boden Häufchen ungeordneter Verzweiflung.

Dusty erinnert sich, dass Hante in der Nacht diese filigranen Bauwerke sorgfältig aufgeschichtet hat, ein schlecht geplantes Bollwerk aus seinem Kapital. Die Farben von Kupfer und Ochsenblut sind keine schöne Kombination, auch nicht, wenn die Nachmittagssonne den Staub, den Marlow beim hinaushasten aufwirbelt, zu goldenen Filtern macht. Hante wacht auf und folgt Marlow. Für ein wenig Ecstasy würde er Männchen machen. Jetzt muss sie schnell sein, sonst bekommt sie Ärger. Bei den Briefkästen holt sie Marlow ein. Gerade versucht er, einen Brief in den übervollen Briefkasten zurückzustopfen. Er schimpft dabei vor sich hin. Fuck spricht er immer mit einem U aus. Er ist übel gelaunt. Das fängt schlimm an. Auf dem Weg zum Platz wird sie sich still hinter ihm halten, ihm heute nicht widersprechen, und hoffentlich einen Hinweis erhalten, was sie tun muss, um eine weitere Nacht in Sicherheit zu sein.

An diesem scheiß Tag scheint die Sonne.

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