ZEN 11


Tuschezeichnung: Rolf Hannes

Von Meister Junnaid wird berichtet, daß er mit einem neuen Schüler zu arbeiten begann. Der junge Man hatte keine Ahnung von Junnaids innerer Weisheit, und Junnaid führte ein so gewöhnliches Leben, daß es sehr scharfer Augen bedurfte um zu erkennen, einen Buddha vor sich zu haben. Junnaid arbeitete wie ein einfacher Arbeiter, und nur wer Augen hatte, erkannte ihn. Er arbeitete wie ein Arbeiter und saß unter keinem bodhi-Baum. Er war in jeder Hinsicht ganz gewöhnlich.

Dieser junge Mann arbeitete also mit ihm, und er zeigte dauernd, was er wußte. Junnaid konnte tun, was er wollte, der andre sagte: Das stimmt nicht. Das wird so gemacht. Nur so ist es richtig.

Über alles wußte er Bescheid, bis Junnaid schließlich lachte und sagte: Junger Mann, ich bin nicht mehr so jung, um soviel zu wissen.


Die ZEN-Geschichten, die bislang in der futura99phoenix fehlten, tragen wir nun hier in den nächsten Wochen nach. Freuen würden wir uns, wenn unsre LerserInnen die bereits erschienenen nochmals entdeckten. Sie sind ganz leicht zu finden, wenn im Suchkästchen ZEN eingegeben wird.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu ZEN 11

  1. Regina sagt:

    Lieber Rolf, dieser Vogel diente den ganzen Tag als Bildschirmschoner und manchmal kreisen zwei Mäusebussarde und ein roter Milan am Himmel – sehr schön! Grüße Regina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.